Bismillah.
Sei ehrlich zu dir.
Sag “ich war zu faul”.
Sag “ich habe gechillt”.
Sag “ich hatte keine Lust”.
Sag “ich wollte nicht”.
Sag zumindest “ich habe mich hingelegt”.
Was du auch sagst, sag nicht “ich hatte nicht die Möglichkeit”.
Vergiss nicht, der Glaube (al-îmân) ist die größte Möglichkeit. Derjenige der Glauben besitzt, dessen Möglichkeiten erschöpfen nicht. Es kann sogar sein, dass wenn man “ich hatte keine Möglichkeiten” sagt, im Grunde “ich hatte keinen Glauben” meint. Es kann dich jemand fragen: “Der so-und-so hat Möglichkeiten, er macht aber nichts. Warum eigentlich?”
Dann wirst du nichts zu sagen, nichts zu antworten haben.
Das Zentrum des Glaubens, das Herz, ist ein unerschöpfliches Zentrum der Kraft.
Aus dem Herzen nimmt das Auge sein Leuchten, das Knie seine Kraft und die Faust sein Geheiß. Genauso wie das Nervensystem, das der Muskulatur seine Befehle gibt.
Diejenige die dein Kopf aufrecht hält ist nicht deine Muskulatur, sondern das Gehirn, das sie befehligt. Diejenige die deine Faust nach oben schnellen lässt sind nicht deine Schultern, sondern das Gehirn, das sie befehligt.
Wenn du gegangen bist, dann bist du gegangen nicht weil deine Füße dich gebracht haben, sondern weil dein Herz es so wollte. Wenn du nicht gegangen bist, dann deswegen, weil dein Herz den Willen nicht aufgebracht hat.
Wenn du es gemacht hast, dann nicht weil deine Hand, sondern weil dein Verstand es geschafft hat. Wenn du es nicht gemacht hast, dann nicht weil deine Hand, sondern weil dein Verstand es nicht geschafft hat.
Wenn du gesehen hast, dann nicht weil du Augen hast oder weil du geblickt hast, sondern weil dein Herz danach verlangt hast. Wenn jeder der Augen hat sehen würde, wie und mit was würden wir dann die Existenz des spirituell Blinden erklären? Wenn die Augen die einzigen Organe der Sicht wären, wie würden wir dann die vielen Personen beurteilen, die keine Augen haben, aber mehr Wahrheiten erblicken als alle Anderen und die daher voller stolz mit dem Herzen sehen können?
Wenn du nicht gesehen hast, dann nicht weil du keine Augen hast, dann nicht weil deine Augen nicht geblickt haben, sondern weil dein Herz nicht geblickt hat. Genauso wie du es nicht gemacht hast, weil du kein Verlangen danach hattest.
Die Geschichte ist Zeuge dieser Wahrheit: diejenigen die sich etwas vorgenommen haben, haben erst einmal ihr Herz in die Sache gesteckt. …
Sag nicht “ich wollte es tun, aber ich hatte niemanden”.
Ihr seid nicht “ohne jemanden”, ihr seid dieser “Jemand”.
Allah ist da, Er ist der Geliebte. Wenn darüberhinaus niemand da ist, ändert das etwas?
Diejenigen die nicht mit ihm rechnen, sind diejenigen die nicht mit seinem Namen beginnen (indem sie ‘Mit dem Namen Gottes, des erbarmenden Erbarmers’ sagen). Diejenigen die mit seinem Namen beginnen, sind diejenigen die wissen, dass sie um Seinetwillen und mit Seiner Ermächtigung, Macht, Hilfe und Unterstützung arbeiten.
Er ist zur Stelle, Er ist “Eins”. Derjenige der um Seine Unterstützung weiß, ist auf niemanden angewiesen, derjenige der ohne Ihn ist, hat in Wirklichkeit niemanden.
Diejenigen die nach rechts und links und nach hinten Ausschau halten um ihre Aufgaben zu machen, sind sich nicht bewusst, dass sie unter Seiner Aufsicht stehen und Ihm gegenüber verantwortlich sind.
Sag nicht “ich werde laufen, aber wer wird kommen?”, lauf einfach los.
Es reicht wenn du läufst und Spuren hinterlässt. Hinterlasse Fußspuren in Zeit und Raum wie ein Stempel. Deine Spuren sollen die Zeugen deines Laufens sein.
Hast du jemals jemanden gesehen der Spuren hinterläßt ohne dass man ihm folgt? Vergiss nicht, dass man auf jeden Fall denjenigen folgt die Spuren hinterlassen. Diejenigen die folgen wollen unbedingt nach Spuren suchen.
Außerdem: Schau dich mal an. Folgst du nicht den Spuren von Leuten die vor dir gelaufen sind? Das wissen nur diejenigen die nicht vergessen, dass sie Reisende sind und die Reise entgegen aller Widrigkeiten fortsetzen. Ist denn nicht das was du Weg nennst im Endeffekt eine Gesamtheit von Spuren?
Ist denn nicht das was ein Weg ausmacht auch ein bisschen die Spur der Menschen die vor dir gelaufen sind? Haben nicht alle Wege in Raum und Zeit eigentlich die Reisenden geebnet? Und stammt das Wunder des Weges nicht eigentlich von den Reisenden?
Sag auch nicht “ich werde es machen, aber ich habe keine Hoffnung, dass sie den Wert meiner Bemühungen schätzen werden”.
Das was du Hoffnung nennst, ist das Wesen des Glaubens.
Derjenige der seine Hoffnung aufgibt läuft durch die Hölle.
Gebe nicht deine Hoffnung auf, sodass dein Glauben nicht weniger wird.
Schau dich in deiner Umgebung um und du wirst sehen, dass die Menschen mit Hoffnung diejenigen sind, die tätig sind, Wert schaffen und Großartiges leisten. Also sind die Schaffenden hoffnungsvoll, die Schlafenden hoffnungslos. Du kannst anhand der Hoffnung eines Menschen erkennen, ob er zu den Schaffenden oder den Schlafenden gehört.
Es würde kein gutes Omen sein, wenn die Schlafenden Hoffnung hätten genauso wie wenn die Schaffenden hoffnunglos wären.
Wer wird dein Wert schätzen, deine Arbeit schätzen?
Diese Frage ist eine Frage die auf einem falschen Verständnis von Wert gründet. Diejenigen die auf einem echten Wert gründen, werden sich nicht mit der Frage “Werden sie wohl meinen Wert schätzen?” herumplagen. Denn wie der Name schon sagt, ist ein Wert nicht davon abhängig ob Andere ihn erkennen. Erstens.
Zweitens, ist die Existenz von denjenigen, die Dinge zu schätzen wissen und immer noch tätig sind der beste Beweis dafür, dass es immer Menschen geben wird, die den Wert einer Sache zu schätzen wissen werden.
Verfasst von Mustafa Islamoglu, übersetzt von Jeanne.
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