Notizen zur Rede Gottes

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„Sich selbst treu bleiben“: Die Frage nach der persönlichen Identität

Bismillāh.

„Sechs Jahre sind vergangen, seit ich herausgefunden habe, dass mein Sohn Drogen nimmt.“, schreibt Vincenzina Urzia in ihren Memoiren ´Anthony and Me´ (2014) über die Drogenabhängigkeit ihres Sohnes. „Ich war die ganze Zeit sehr traurig und am Boden zerstört, ganz zu schweigen von meiner Sorge um seine Gesundheit. Mein Sohn war nicht mehr dieselbe Person.“

Das ist eine merkwürdige Idee, dass jemand „nicht mehr die selbe Person“ sein kann. Diese Aussage fordert zum Nachdenken auf – kann sogar bei genauem Überlegen unverständlich sein. Trotzdem ist sie treffend, fängt dieses Gefühl ein, dass man jemanden nicht mehr wiedererkennt, den man früher einmal kannte. Viele Menschen haben es erlebt, dass jemand, den sie einmal liebten nicht mehr dieselbe Person zu sein scheint.

Auch ein Imām braucht Naṣīḥa

Bismillāh.

Ich sitze mit Geschwistern zusammen, denen ich aus der Rede Allahs lehre. Einer der Brüder meint zu einem anderen über mich:

Hey übrigens: Du kannst ihn alles fragen, er weiß alles aus dem Qur’ān.

Ich habe noch eine Frage zu dieser Āya.“

Kann ich dich noch um etwas bitten, du weißt doch darüber Bescheid?

Wie ist es mit dieser Stelle, wie spricht man das im Arabischen aus?

Während ich die Fragen beantworten, bin ich im Lehrer-Modus, in dem ich mich oft befinde. Ich nehme die Rolle eines Imāms, eines hocas, eines Scheichs ein. Ich habe viele Schülerinnen und Schüler – dass ich ein Vorbild zu sein habe, habe ich schon von klein auf gelernt.

Während ich dort auf dem Podium derjenige bin, der die Fragen beantwortet, sind andere hunderte Lehrer des Islams und ich immer noch Individuen, die Tag für Tag damit kämpfen jeden Tag sich Allah hinzugeben, Seine Gebote zu befolgen und Seine Verbote zu meiden. Und damit die unendliche Gnade zu erfüllen, die der Allgnädige mit der Gewährung von Wissen verbunden hat.
Doch manchmal vergisst man das, dass auch „Schuyūch“ normale Menschen sind.

Sei religiös, aber sei kein Idiot

Bismillāh.
Es gibt nichts, worin Güte ist, außer dass es dadurch verschönert wird und es gibt nichts, worin Härte ist, außer dass es dadurch häßlich wird. So sei gelassen, O ʿĀ’ischa.

Die obigen Worte sprach unser geliebter Prophet (sas) gegenüber seiner Frau ʿĀ’ischa (ra). Eine Gruppe von Leuten kam am Propheten vorbei und machten sich über ihn lustig, worauf unsere Mutter ʿĀ’ischa wütend wurde und sie zu verfluchen begann.

Als der Prophet (sas) sich zu ihr wandte, äußerte er diese Worte und gab ihr zu verstehen, dass sie gelassen bleiben und nicht ihre Selbstbeherrschung verlieren soll, sogar wenn eine persönliche Beleidigung im Raume steht. Dieser Mann, unser Prophet (sas), war die Säule der Ruhe in einem Ozean des Chaos. Unsere Mutter ʿĀ’ischa tat dies aus reiner, aufrichtiger und unnachgiebiger Liebe gegenüber dem Propheten (sas). Nicht aus Hochmut oder Stolz. Ihre Wut wurzelte in einer Liebe, in einem Wunsch den Propheten zu schützen vor denjenigen die ihn hassten. Möge Allah mit ihr zufrieden sein.

Ein Mann, ein Wort

Bismillah.

Wieviele Gedanken machst du dir, bevor du sprichst? Egal ob du es weißt oder nicht: Wir werden unbewusst von unseren Mitmenschen entsprechend der Zuverlässigkeit unserer Worte bewertet. Diejenigen die ohne Bedacht sprechen, werden merken, dass ihre Beziehungen darunter leiden, während diejenigen die einen hohen Standard an Integrität haben, sehen werden, dass der Respekt von Anderen zunimmt.

Auf der Rennstrecke und fernab davon – Wie dich Training formt

Bismillah.

Als ich vor mehr als zehn Jahren begann für Marathons zu trainieren, sagte mir mein Trainer etwas, was ich seitdem nie vergessen habe: Dass ich lernen müsse mich beim Unwohlfühlen wohl zu fühlen.
Was das bedeutet? Und was mir dieser Satz für mein Leben gebracht hat? Darüber möchte ich heute reden.

Die wahre Natur des Alphamannes

Bismillah.

Auf Männern lastet oft der Druck ein Alphatier zu sein, sozusagen „wölfischer“ zu werden. Der Begriff Alphatier bezeichnet in der Biologie das Leittier eines Rudels und wird so auch auf den Menschen übertragen. Demnach ist ein Mann, der ein Alpha ist jemand, der unentwegt demonstriert, dass er zuhause die umfassende Kontrolle hat und der außerhalb des Hauses zähnefletschend und aggressiv sein kann.

Dieses Alphatier-Stereotyp kommt daher, dass man das Phänomen in der Tierwelt nicht wirklich versteht. Tatsächlich ist es nämlich so, dass der männliche Wolf ein vorzeigewürdiges männliches Vorbild ist. Indem ich frei in Rudeln lebende Wölfe im Yellowstone National Park (in Wyoming, Montana und Idaho in den Vereinigten Staaten) beobachtet habe, konnte ich die Erkenntnis gewinnen, dass die Führerschaft des obersten Wolfes in der Rangordnung nicht aufgezwungen, nicht dominierend und nicht aggressiv ist.

Qur’ânische Überlegungen: Über Gerechtigkeit, Gleichheit und Feminismus

Bismillah.

In dieser tefekkur oder Überlegung ausgehend vom Qur’ân, erforschen wir die islamischen Lehren über Gerechtigkeit – was sie bedeutet, ihr Platz in unserer Religion und wie sie die ganzen Normenlehre (scharî’a) durchdringt, bis hin zu den schrecklichen Konsequenzen für Nationen und Gesellschaften in denen Gerechtigkeit ignoriert oder missachtet wird. Wie wir sehen werden ist der aktuelle Zustand der islamischen Welt sehr einem Mangel an Gerechtigkeit geschuldet. Hinsichtlich der diesseitigen Angelegenheiten ist die Hilfe Allahs mit den Gesellschaften in denen die Gerechtigkeit vorherrscht, auch wenn sie nicht mehrheitlich nicht-muslimisch sein mögen, mehr als mit den Gesellschaften in denen die Gerechtigkeit lax gehandhabt wird, auch wenn sie mehrheitlich muslimisch sein mögen. Die folgenden Überlegungen werden die Konzepte von Gerechtigkeit mit Gleichheit in Bezug setzen und die Sicht des ‚islamischen Feminismus‘ zum Thema haben.

Lesen als Führungsqualität

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Bismillah.

Der US-amerikanische Autor Kurt Vonnegut beschrieb das Lesen als Wunder.

Er schrieb einst, dass „lesen und schreiben sind die erfüllendsten Formen der Meditation die je gefunden wurden“ und dass „durch das Lesen der Schriften der interessantesten Köpfe der Geschichte meditieren wir mit unserem Verstand wie auch mit ihrem.“

Worauf Vonnegut hier anspielt ist die Verbindung zwischen Leser und Schriftsteller. Tatsächlich ist es so: Jedes Mal wenn du ein Buch öffnest, ist es so, als du in den Verstand desjenigen Zugang erhälst, der dieses verfasst hat.
In der Zeit, in der du deine Nase in eine Geschichte steckst übergibst du die Kontrolle ihrem Erschaffer.

Du beginnst zu sehen die Welt die sie durch ihr Text erschaffen haben. Die Charakter im Buch beginnst du mit der Zeit kennenzulernen und zu verstehen. Du kannst nicht anders, als das du die Lehren aufnimmst die sie dir vermitteln wollen.

Ibn al-Gayyim über das Beraubtsein von Nutzen

Bismillah.

Hier einige kurze Worte vom Imâm Ibn al-Gayyim über verpasste Möglichkeiten und verschwendetem Nutzen.

Sag nicht: „Ich hatte nicht die Möglichkeit“

Bismillah.

Sei ehrlich zu dir.

Sag “ich war zu faul”.

Sag “ich habe gechillt”.

Sag “ich hatte keine Lust”.

Sag “ich wollte nicht”.

Sag zumindest “ich habe mich hingelegt”.

Was du auch sagst, sag nicht “ich hatte nicht die Möglichkeit”.

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