Notizen zur Rede Gottes

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Maria in der Bibel und im Koran – ein Vergleich

Bismillāh.
Der Bischof von Südarabien, Paul Hinder, bezeichnete einmal Maria als verbindendes Element zwischen Christentum und dem Islam. Maria spielt in beiden Religionen eine bedeutende Rolle, da sie dazu auserwählt wurde, den Messias zu gebären. Außerdem werden ihr auch viele andere positive Eigenschaften zugesprochen, welche sie aus Sicht der Anhänger beider Religionen zu einer vorbildlichen Figur für alle Jahrhunderte macht. Im Koran wird Maria von Gott für ihre Rein- und Keuschheit sehr wertgeschätzt (66:12); Gott hat sie vor allen anderen Frauen ihrer Zeit auserwählt (3:42). Zudem wird sie als eine „demütige Dienerin“ Gottes bezeichnet, die ein Vorbild für alle Menschen war und ist (66:11-12, vgl. Asad 2015). Auch in der Bibel wird Maria charakterisiert als „die Begnadete” (Lk 1,28), die gehorsame „Magd des Herrn” (Lk 1,38), die „exemplarische Glaubende” (Lk 1,45), die “exemplarische Hörende” (Lk 2,19, 2,51; vgl. Mußner 1984, S.19); diese Eigenschaften lassen sich vor allem im Lukasevangelium finden. Verbindende, aber auch trennende Elemente der Geschichte der Maria sind Bestandteile eines interreligiösen Dialogs, weshalb es wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.

Meister Eckhart: Gottes- und Menschenbild sowie praktische Ethik im Vergleich mit dem Islam

Bismillāh
Über Meister Eckhart habe ich in verschiedentlicher Literatur immer einmal etwas gelesen. Sehr oft wird er als Mystiker charakterisiert und als jemand, der bedeutende Beiträge zur christlichen Theologie geleistet hat. In meiner Gemeindearbeit nimmt der sogenannte christlich-islamische Dialog einen wichtigen Platz ein. Da mich die christlichen Konzepte interessieren, war es naheliegend, mich an die Beschäftigung mit Meister Eckharts Denken zu wagen.

Dabei habe ich drei verschiedene Bereiche des Denken Eckharts ausgesucht, um sie möglichst geschlossen darzustellen und um einen guten Einblick zu gewinnen. Diese Bereiche sind das Gottesbild, das Menschenbild und die praktische Ethik Eckharts. Diese Arbeit besteht aber nicht nur aus einer reinen Darstellung, sondern bietet auch einen Vergleich mit den islamischen Lehren und eine Reflektion über die Inhalte, die hier besprochen werden. Damit soll auch aufgezeigt werden, wie sein Denken auf einen Muslim einen interessierten Laien in Sachen christlicher Theologie wirkt.

Wie hält man eine Chutba: Lehren aus den Freitagspredigten des Propheten (sas)

Bismillāh.
Das Freitagsgebet mit der dazugehörigen Predigt, der Chutba, gehört zu den am häufigst wiederkehrenden, gemeinschaftlichen Gottesdiensten. Während es viele Abhandlungen über der äußeren Normen dieses Gottesdienstes gibt (Fiqh), sind bisher nur wenige Beiträge vorhanden, die es in ihrer spezifischen Form, eingebettet in unserer hiesigen, deutschsprachigen Umgebung betrachtet und die Prediger (Chutabaaʾ) weiterbringt.
Dieser Beitrag will genau dies leisten und ist nicht nur für die jungen Prediger gedacht, sondern alle interessierten Muslime und Nichtmuslime.

Freundschaft – Ein Blick durch das Prisma des Lebens

Bismillāh.

Wenn du Leute fragst, was sie unter Freundschaft verstehen, so wirst du niemals die gleichen Antworten erhalten. Diese Erkenntnis ist Gemeinplatz. Nicht desto trotz habe ich bisher, wie bei vielen anderen Themen, auch bei der Freundschaft versucht eine möglichst allgemeingültige Antwort zu finden. Obwohl einige Aspekte dieses Themas von vielen Menschen in gleicher Weise beantwortet werden – nehmen wir Begriffe wie Respekt, Vertrauen oder Fürsorge, die mit Freundschaft verbunden werden – hätte ich nicht erwartet, dass mir die Formulierung eines zusammenhängenden Textes so schwer fällt.

Nachdem ich aber meine Gedanken habe in immer kürzeren Abständen habe kreisen lassen, denke ich, dass ich bereit bin, etwas zu schreiben, das diesem wichtigen Teil unseren Lebens gerecht wird.

Das Recht der Bedürftigenspeisung im Ramaḍān (aḥkām al-fidya fī ramaḍān)

Bismillah.

Um die Deutung der Āya 184 in der Sūra al-Baqara herrschen verschiedene Meinungen unter den
Gelehrten. Dieser Beitrag will dabei helfen, die Bestimmung der sogennanten fidya im Islām besser zu verstehen.

Surat Sad – Ayat 49 – 88 (Paradies & Hölle)

Bismillah.

In dieser Sura wird von das Paradies beschrieben. Dies ist eine Ermahnung für die Rechtschaffenen die an Allah Glauben.
Es gibt dort Gärten von Eden deren Tore für die Gläubigen geöffnet sind. Man kann sich zurück lehnen und ruhen , dort werden Früchte in Mengen und reichlich Trank sein. Gefährtinnen gleichen Alters befinden sich dort. Dies wurde für den Tag der Abrechnung verhießen. Das alles ist für die die an Allah Glauben und Gutes tun.
Für den Widerspenstigen wird die Hölle beschrieben, darin werden sie schmoren. Dies ist für die Glaubensverweigerer. Sie müssen siedendes Wasser und ein Trankmischung aus Blut und Eiter und anderes gleichen Art kosten. Für die wird kein Merhaba sein (kein Willkommen). Sie werden sagen :“ Nein ihr seid es die uns dies bereitet haben. Dann werden sie sagen unser Herr, wer immer uns dies bereitete – füge ihm die doppelte Strafe im Feuer hinzu.“ (38:61)
Sie geben ihren Vorvätern die Schuld. Es gibt verschiedene Stufen der Hölle. Das ist eine Gruppe die nach euch kommen wird, die die anderen hat abirren lassen.
Allah spricht von Leuten die hochmütig waren. Es gibt also Leute die andere führen, ihnen den falschen Weg zeigen.
Allah spricht von einer bestimmte Gruppe von Leuten die anderen eine falsche Vorbilder sind.
Wie z.B Priester, politische und gesellschaftliche Führer, Musiker, Schauspieler und Sänger.
Es gibt für sie kein Merhaba (= keine Weite oder Willkommen ).

Sura 7 Aya 38
Er wird sprechen:“ Tretet  ein in das Feuer zu den Scharen der Ginn und der Menschen, die vor euch dahingingen.“
Sooft eine Schar Eintritt, wird sie ihre Schwesternschar verfluchen, bis endlich, wenn sie alle nacheinander darin angekommen sind,die letzten zu den ersten sagen werden:“ Unser Herr , diese da haben uns irregeführt, so gib ihnen die Pein des Feuers mehrfach.“
Er wird sprechen: „Jeder hat ( sie ) mehrfach, allein ihr wisset es nicht.“

Allah hat es schon festgesetzt. Es wird kein Bittgebet mehr angenommen.
In diese Welt kann man noch versuchen zu fliehen vor dem was man gemacht hat.
Aber wenn die Frist abgelaufen ist kann man nichts machen. Wir sollen uns immer wieder in klaren sein das Allah alles sieht man kann vor ihm keine Geheimnisse haben. Wir müssen versuchen dass wir unsere guten Taten sammeln und unsere Bittgebete verrichten. Denn im Jenseits wird es nicht mehr angenommen.

Sura 14 Aya 21
Und sie werden allesamt vor Allah hintreten; dann werden die Schwachen zu den Hochmütigen sagen:“Hätte Allah uns den Weg gewiesen, wir hätten euch sicherlich den Weg gewiesen. Es ist gleich für uns,ob wir Ungeduld zeigen oder geduldig bleiben: es gibt für uns kein Entrinnen.
Unser Herr , Du weißt ,was wir verbergen und was wir kundtun. Und Allah ist nichts verbogen, ob auf Erden oder im Himmel.

Satan sagt: „Allah hat euch ein wahres Versprechen gegeben und ich gib euch ein falsches Versprechen und doch folgen einige mir.“
Es gibt Leute die anderen folgen. Allah verlangt von uns Menschen nicht mehr. Wir sollen aufpassen wem wir folgen.
Wir haben nichts Göttliches in uns so wie die Christen denken! Satan sagt ich werde sie alle irren lassen, außer die Auserwählten. Diejenigen kein Beigesellung machen Ihsan (Schönheit , Güte) haben.
Egal was man im Leben macht, sollte man mit Ihsan also mit Perfektion machen. Immer daran denken das Allah uns sieht und das wir Allah gefallen möchten.
Wenn man die Dinge des Lebens mit Ihsan beginnt, dann wird es auch gelingen.

Surat Sad – Ayat 27 – 40 (Lehren von David und Salomon)

Bismillah.

Der Himmel und die Erde sind nicht zufällig entstanden, wie viele Glaubensverweigerer meinen. Sie sind der Ansicht, dass alles allein, und einfach so durch einen Urknall entstanden sei. Doch dass die Schöpfung des Urknalls und des Lebens alleine von Allah entstand und veranlasst wurde, ist ihnen zuwider und es fehlen ihnen die eindeutigen Beweise. Sie sind blind und trotzen dem Glauben. Allah antwortet darauf im Quran in der Aya 27: „Und wir erschufen den Himmel und die Erde und was zwischen ihnen ist nicht ohne Sinn und Zweck, wie die Glaubensverweigerer meinen. Darum wehe den Glaubensverweigerer vor dem Feuer!“

Ayat 29 Ein segensreiches Buch sandten Wir auf dich herab, damit sie seine Verse bedenken, und damit die Verständigen sich ermahnen lassen.

Ayat 30 Und wir schenkten David Salomon, einen vorzüglichen Diener. Auch er war gewiß bußfertig.

König David und sein Sohn Salomon von Jerusalem waren beide Propheten und gerechte Herrscher. Allah gab David Weisheit und das Wissen, das er dazu benötigte, ein Reich zu führen und was noch wichtiger ist, um sein Volk, die Kinder Israels, auf den geraden Weg zu führen, dem Einen Gott zu dienen. Allah hat alle Seine Propheten mit Eigenschaften begabt, die auf ihr Prophetentum hinweisen. David wurden die Dschinn, Berge und Vögel dienstbar gemacht. Salomon hatte die Macht über die Winde um zum Beispiel die Schiffe schnell über das Meer gleiten zu lassen damit sie zügig mit Güter versorgt wurden. (Da machten Wir ihm den Wind dienstbar, dass er nach seinem Befehl sanft wehte, wohin er es für treffend hielt, 38:36). Er ließ an die Armen im ganzen Land Nahrung und Kleidung austeilen, so dass niemand mehr Not zu leiden brauchte, und er ließ Häuser, Straßen und Schulen bauen.

Ayat 31-33 Als ihm zur Abendszeit die edlen Rennpferde stampfend vorgeführt wurden, sprach er: „Seht, ich habe das Gute der Welt lieb in Erinnerung an meinem Herrn“ –bis sie sich hinter dem Horizont verbargen. „Bringt sie mir zurück!“ Und er begann, über ihre Schenkel und Hälse zu streichen.

David liebte das irdische Leben, und vorallem seine Pferde, doch hielt es ihn nicht ab, vom Glauben weg zu kommen, im Gegenteil. Er war ein rechtschaffender und treuer Diener und dankte Allah für alles was er hatte. Er erkannte, dass Allah für jede Bedingung, unter der er sich befand, verantwortlich war, egal ob sie einfach oder schwierig war, und er lobpreiste Gott dafür. Er sagte: „Alles Lob gebührt Allah” (Quran 27: 15).

Ayat 34-36 Und wahrlich, Wir prüften Suleyman und setzten einen leblos wirkenden Körper auf den Thron. Dann bekehrte er sich. Und sprach: „Oh mein Herr! Vergib mir! Und gib mir ein Reich, wie es keinem nach mir zukommt. Du bist ja fürwahr der Freigiebige“. Und so machten Wir ihm den Wind dienstbar, nach seinem Befehl sanft zu wehen, wohin er wollte. Und die Satane, alle die Erbauer und Taucher, und andere, in Fesseln gebunden. „Dies ist Unsere Gabe. Verteile sie oder halte sie zurück, ohne Rechnung zu legen“ Und er wird gewiß nahen Zutritt zu Uns haben und eine schöne Heimkehr.

Es gibt zwei Varianten wie man diese Ayat interpretieren kann.

Die erste wäre, dass Salomon von Allah mit einer schweren Krankheit geprüft worden war. Trotz der Schwere der Krankheit hielt es ihm nicht davon ab an Allah zu glauben und ihm um Vergebung zu bitten. “Er sagte: „O mein Herr, vergib mir und gewähre mir ein Königreich, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, Du bist der Gabenverleiher.“

Der Prophet Salomon war durch den Willen Allahs in der Lage, den Wind zu nutzen und zu kontrollieren. Er konnte große Strecken in kurzer Zeit zurücklegen. Außerdem war Salomonin der Lage, die Teufel von den Dschinn zu kontrollieren, die für ihn arbeiteten, indem sie Gebäude bauten, Metalle aus den Bergen holten, nach Schätzen tauchten und allgemein die Infrastruktur von Salomon Reich sicherten.

Die andere Variante wäre, dass auf dem Thron Rehabeam gemeint ist, der Sohn von Salomon. Nach Salomon Tod gelang es ihm nicht, das von König David begründete Königreich Israel zu bewahren, da er genau das Gegenteil von seinem Großvater und Vater war gewesen war. Er lehnte den Glauben ab, war ein ungerechter Herrscher und stiftete Unzufriedenheit im ganzem Volk, sodass sich das Königreich in zwei Teile spaltete.

 

Surat Sad – Ayat 41 – 44

Bismillah.

Die folgenden Verse der Surat Sad beschäftigen sich mit der Geschichte unseres Propheten Hiob (as) (auf arabisch Ayyub).

Wenn man sich zunächst überlegt, was man mit diesem Propheten in Verbindung bringt, fallen einem möglicherweise Schlagwörter ein wie: Seine Geduld und seine Standhaftigkeit oder sein Reichtum; denn abgesehen von seinem materiellen Reichtum wie Vieh und Äcker, durfte er sich in vollkommener Gesundheit wissen.

Er wurde von seinen Mitmenschen sehr geschätzt und hatte ein hohes Ansehen bei ihnen.

Hiob hatte eine Frau und viele Kinder und wusste dies sehr zu schätzen. Nie vergaß er Allah für sein Wohlbefinden zu danken, er war ein Diener voller Dankbarkeit gegenüber unserem Schöpfer.

 

Wie jeder Prophet auch, wurde Hiob (as) von Allah geprüft. Allah nahm ihm all sein Hab und Gut, demnach seine Felder, sein Vieh, seine Kinder (die vermutlich starben und/oder zum Teil ihren Heimatort verließen) und schließlich auch seine Gesundheit: Hiob (as) wurde im Alter von 80 Jahren von einer Krankheit heimgesucht, die sich nach außen hin in Form von Geschwüren auf der Haut zeigte. Trotz dieser schweren Zeit in seinem Leben erwies er sich als treuer und dankbarer Diener Allahs.

Als er auch von seinen Mitmenschen, die ihn einst so achteten gemieden wurde, so sprach er zu Allah , wie es in Aya 41 steht (auch in Sura 21, Aya 83 nachzulesen): „Gedenke auch Unseres Dieners Hiob, als er zu seinem Herrn rief: Fürwahr, Satan hat mich mit Unglück und Leid geschlagen.“ Denn der Schaytan versuchte auch Hiob, sowie jeden anderen Menschen, der geprüft wird, irrezuleiten. Es liegt in Schaytans Interesse, den Menschen dazu zu bewegen in schwierigen Situationen aufzugeben und ihn in seiner Traurigkeit versinken zu lassen, denn die Menschen sollen an der Barmherzigkeit Allahs  zweifeln. Der arabische Begriff „Adhâb“ wird im Deutschen unter anderem als die „Entbehrung“ oder das „Alleinsein“ verstanden, es ist die Absicht Satans, dass wir in solchen Situationen mutterseelenallein sind, was uns dazu drängt, aufzugeben.

 

Hiob hat den Versuch des negativen Einfluss Satans auf sich selbst gespürt, sowie jeder Mensch ein Gespür dafür hat und hat Zuflucht bei Allah  vor dem Shaytan gesucht.

 

Dass die Irreführung stets Satans Ziel ist sehen wir auch in der Sura al- A’raf (7), Aya 17, als Satan, nachdem er sich weigerte, sich vor Adam niederzuwerfen, Allah darum bat, ihm Aufschub bis zum Jüngsten Tag zu gewähren, um die Menschen irrezuführen. Er versprach, dem Menschen auf dem geraden Weg aufzulauern und von jeder Richtung über ihn zu kommen. Nur nicht von unten, so meinen einige Gelehrte, denn dass würde bedeuten, dass der Schaytan räumlich „unter dem Menschen“ steht und dazu ist der Schaytan zu arrogant (Hochnäsigkeit ist die Sünde des Teufels, 7:12).

Er würde von rechts kommen, dies ist bezogen auf die guten Taten, die er uns erschwert, um uns vom richtigen Weg abzubringen.

Hier fragt sich der ein oder andere womöglich, wie dies geschehen sollte. Das Stichwort dafür ist die Absicht. Schaytan wird versuchen die Absicht eines Menschen zu verunreinigen, indem er unsere Absicht nicht auf Allah sondern auf andere Menschen lenkt. Ein Beispiel: Ich bete nicht (regelmäßig) zu Hause, gehe aber immer zum Freitagsgebet in die Moschee, denn da sehen mich meine Brüder und Schwestern und denken nur Gutes von mir. Damit verrichtest du das Gebet nicht zu 100% mit der richtigen Absicht (nämlich, dass Gebet ausschließlich für Allah zu beten). Dieses Handeln wird im Arabischen als „Riya“ bezeichnet (z.Dt. Augendienerei) und zählt als kleiner „Schirk“, also die kleine Beigesellung (Sura Kahf (18) Aya 110) Dabei sollte uns immer bewusst sein, dass „Schirk“ die einzige Sünde ist, die Allah  nicht verzeiht.

Satan, wird uns Menschen auch von der linken Seite heimsuchen. Die linke Seite steht für die bereits begangenen Sünden, in die der Teufel uns noch weiter hineinreitet.

Der „Angriff“ des Shaytans von vorne, bedeutet, dass er uns öffentlich zum Schlechten einlädt.

Von hinten schleicht er sich in unser Herz und verleitet uns dazu, Emotionen zu verspüren, die uns von unseren Geschwistern bzw. unserer Gemeinschaft wegführen sollen.

 

Hiob aber war standhaft und ließ sich nicht vom Schaytan beirren, da sein Glaube an Allah  so stark war.

Als Belohnung für seine Geduld und seinen Glauben erlöste Allah  ihn nach sieben Jahren von seiner Krankheit ( zu diesem Zeitpunkt war Hiob bereits 87 Jahre alt), wie es in Sura Sad, Aya 42 steht („Stampfe mit deinem Fuß auf: Hier kommt kühles Wasser zum Baden und zum Trinken!“). Das Wasser, das in dieser Aya erwähnt wird, hatte eine ähnliche Qualität, wie das Zamzam Wasser und befreite Hiob von der Hautkrankheit, die ihn lange Zeit heimgesucht hatte.

In Aya 43 erfahren wir, dass Hiob auch wieder mit seinen Kindern vereinigt wurde, ein weiteres Zeichen der Barmherzigkeit Allahs.

Als Hiob (as) die Jahre von Allah geprüft wurde und sich als geduldig erwies, wurde seine Ehefrau immer ungeduldiger und hatte Zweifel an der Barmherzigkeit Allahs. Dies machte Hiob (as) daraufhin so wütend, dass er schwor, seine Frau zu bestrafen. Diesen Ausspruch bereute er im Nachhinein, musste aber trotzdem seinen Schwur einhalten (Aya 44) und nicht eidbrüchig zu werden. Allah befahl ihm, den Schwur mit einer symbolischen Geste zu erfüllen.

Damit hatte Schaytan seine Wette verloren, denn er sagte, dass Hiob (as) ein undankbarer Diener werden würde, wenn er sein Hab und Gut verlor. Hiob (as) bewies das Gegenteil, denn obwohl er nicht wusste, wie lange seine Prüfung andauern wurde, verlor er nie seine Geduld, seinen Glauben an die Barmherzigkeit Allahs  und begegnete Allah trotz seiner misslichen Lage mit aufrichtiger Dankbarkeit .

Sura as-Saffat – Ayat 74 – 182 (Teil A)

Bismillah.

In den Ayat 74 bis 182 werden eine Reihe von Prophetengeschichten in verschiedener Länge erzählt wie die der Propheten Noah, Abraham, Moses, Aaron, Elias und Jonas. Die Sura findet sodann ihr Ende, indem sie den falschen Glauben der vorislamischen Mekkaner hinsichtlich der ungesehenen Wesen (Dschinn) und der Engeln abweist.

A. Geschichte der Propheten Noah und Abraham

Zunächst wird die Geschichte von Noah und dem Propheten Abraham, der nach der Aya 83 zu seiner Gemeinde gehörte, erwähnt.

Laut der Aya befand sich Der Prophet Noah in einer sehr schwierigen Lage. Allah der Erhabene hebt sein Ruf und sein Bittgebet hervor und lobt ihn, dass er sich in der Zeit der Verfolgung durch sein Volk an Ihn wandte (vgl. 54:10). Ohne auf die genauen Einzelheiten der Geschichte Noahs einzugehen, sagt Allah, dass Er seinen Diener erhörte und ihn mitsamt seinen Angehörigen aus der schwierigen Lage errettete. Das Ende des Volkes Noahs war nicht etwa, dass das Menschengeschlecht sein Ende fand, sondern dass die gläubige Nachkommenschaft fortan eine feste Stellung auf der Erde entwickelte (37:77).

Deswegen war Noah einer der auserwählten Diener und immer wenn ihr über ihn reden, sprechen wir unsere Friedenswünsche für ihn aus (37:79).

Daraufhin wird die Geschichte des Propheten Abraham erläutert. Sein Leben können wir in drei Phasen einteilen: erstens in die Phase seiner Jugend, als er unter seinem glaubensverweigerndem Volk lebte; zweitens in die Phase seiner Auswanderung und seiner Heirat; und letzlich in die Phase seiner Vaterschaft.

In der Sura as-Saffat wird auf eine grandiose Weise die erste und dritte Phase seines produktiven Lebens beleuchtet.

Abraham war ein Mensch mit heilem Herzen (37:84). Er hatte also keines der Krankheiten in sich, die den Menschen oft plagen und vor allem hat er niemals das Anliegen Beigesellung zu betreiben. Folgerichtig streitet er mit seinem Volk um ihnen den Eingottglauben nahezubringen (37:84-86). Als er jedoch merkt, dass eine rein verbale Auseinandersetzung nichts bringt, schmiedet er einen bestimmten Plan und setzt seinen Plan in die Tat um. Er besteht darin, dass er in den Götzentempel eindringen und alle Bildnisse zerstören möchte (vgl. 21:57). Um dieses Vorhaben im Alleinsein zu realisieren entschuldigt er sich gegenüber seinem Volk, dass er sich nicht wohl fühle (37:89), sodass sein Volk ihn zurücklässt und ohne ihn zum Fest aufbricht.

Diese Aussage Abrahams („Gewiß, ich fühle mich nicht wohl“) hat die Gelehrten dazu veranlasst darüber nachzudenken, ob Abraham nicht eine „Notlüge“ gebraucht habe um sich dem Zugriff seines Volkes zu entziehen. Ohne die in diesem Zusammenhang zitierten Überlieferungen die in genauer zu benennen, können wir sagen, dass der Ausdruck „Innī saqīm“ (إِنِّي سَقِيمٌ) anders als etwa „marīḍ“ (مَرِيض) wohl weniger einen krankhaften Zustand im medizinischen Sinne als vielmehr – wie bereits gesagt – ein Unwohlsein ausdrückt[note]Linguistisch wird insofern eine Unterscheidung gemacht, als dass marīḍ eine vorübergehende und saqīm eine anhaltende Krankheit beschreibt; doch weisen die Sprachwissenschaftler darauf hin, dass auch eine schwache und schwachsinnige Rede mit diesem Ausdruck beschrieben wird (كلامٌ سقيمٌ) und dass man auch sagt, die Liebe hat ihn krank gemacht (أسقَمَه العِشْق) oder er empfindet Bosheit für seinen Bruder in seiner Brust (هو سقيمٌ الصّدْر علي أخيه).[/note]. Ohne Zwang können wir deshalb annehmen, dass dieses Unwohlsein von der Beigesellung seines Volkes herrührt und damit für uns die Diskussion über die „Notlüge“ in den Hintergrund rückt.

Die Sprache des Qur’âns zeigt uns, dass er sehr frustriert gewesen sein muss und dass er diese Option der Zerstörung der Götzen als seine allerletzte Möglichkeit sah.

Als sein Volk dann zu einem großem Fest verschwindet und er allein ist, geht er mit einer Axt in den Tempel und zerstört alle Götzen im Tempel. Zum Schluß bindet er dem größten Götzen die Axt um den Hals (37:88-93) und verlässt den Ort des Geschehens. Alsbald kehren die Bewohner der Stadt zurück und erkennen nach kurzen Überlegen in Abraham den Urheber der Zerstörung (vgl. 21:60-61). Obwohl Abraham mit ihnen weiter argumentiert und sie zum Nachdenken bringen will (und insoweit provokativ zu Protokoll gibt, dass die Zerstörung wohl von diesem Götzen mit der Axt um den Hals stamme), will sein Volk nicht bedenken und ihn schließlich umbringen.

Sie richten für Abraham einen Bau (بُنْيَانًا) her um ihn der Todesstrafe durch Verbrennen zuzuführen. Für uns im europäischen Kontext kommen an dieser Stelle Erinnerungen an Scheiterhaufen auf. Doch Allah der Erhabene macht das Feuer kalt und heil für Abraham (vgl. 21:69), sodass dieser die Strafe unversehrt überlebt.

Ohne Unterbrechung springt hier die qur’ânische Rede, nach der Auswanderung Abrahams, zu einer der bedeutendsten Episoden im seinem Leben: nämlich zum Befehl Gottes seinen Sohn als Schlachtopfer darzubringen, nachdem Abraham bereits im hohen Alter die Vaterschaft durch die Gnade Gottes erhielt. Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ob der erstgeborene Sohn Ishaak oder Ismael war. Wir wollen uns jedoch wegen 21:85 an die Meinung halten, dass es hier um Ismael geht.

Es wird erzählt, dass der Befehl Gottes Abraham im Traum ereilte, als Ismael „das Alter erreichte, daß er mit ihm [also Abraham] laufen konnte“ (فَلَمَّا بَلَغَ مَعَهُ السَّعْيَ). Diese Wendung soll ausdrücken, dass Ismael bereits ein gewisses Alter erreicht hatte, sodass er beim Tagewerk seines Vaters zur Hand gehen konnte.

Sodann erzählt Abraham seinem Sohn, dass er im Traum gesehen habe, dass er ihn schlachte (37:102)[note]Es ist im Wortlaut des Qur’ân offengelassen, ob Abraham im Traume die Schlachtung durchführte oder lediglich zur Tat ansetzte. Doch die frohe Botschaft der Erfüllung des Traumes in 37:105 spricht dafür, dass er im Traum das Messer angesetzt und mit der Nachahmung im wirklichen Leben insofern den Traum erfüllt hat. Parallel dazu zu der Frage, ob der Prophet im Traum Mekka vor dessen Einnahme ganz betreten oder dazu angesetzt hat, vergleiche bitte mit 48:27.[/note]. Es folgt damit dem Prinzip der gegenseitigen Beratung und will somit seinem Sohn vorab mitteilen, welche schwierige Aufgabe ihm aufgegeben wurde. Doch Ismael, und dies spricht für seine geistige Reife, will sich dem Befehl Gottes beugen und meint, dass sein Vater das machen soll was ihm aufgetragen wurde. Er werde ihn, gemäß Gottes Gesetzmäßigkeiten, unter den Standhaften finden.

Die folgenden Âyât erzählen in charakteristisch knapper Form davon, was danach geschah: Ismael legt sich hin und lässt seinem Vater freien Lauf auf dass er seine Aufgabe vollbringe. Die Überlieferungen sprechen davon, dass Abraham sein Messer ansetzte und als er schneiden wollte, das Messer stumpf beziehungsweise der Hals Ismaels metallen wurde. Darauf kommen Engel herab und verkünden dass der Traum bereits wahr gemacht wurde und ein Widder wird gesandt, um an Statte des Ismael geopfert zu werden.

Also hatte Abraham mit der Entschlossenheit diese schwierige Aufgabe auszuführen seine Gottergebensheit bereits vollumfänglich bewiesen. Es war nicht weiter nötig, dass Menschenblut vergossen werden sollte.

Diese Geschichte der Opferung von Abrahams Sohn dient hernach als ein Sinnbild für das Gottvertrauen und die Ergebenheit eines Gottergebenen. Allah selbst bezeichnet in 16:120 Abraham als eine Gemeinschaft (d.h. er entsprach in seinem Glauben einem Kollektiv von Menschen). Wie bei den anderen Propheten wird ein Friedenswunsch über ihn gesprochen (16:108-109).

Das Judentum, das Christentum und der Islam nehmen in Anspruch auf diesen großartigen Menschen ihre Wurzeln zurückführen zu dürfen. Insoweit spricht man auch von den „abrahamitischen Religionen“. Aus qur’ânischer Perspektive verschleiert dieser Begriff, dass Abraham in Wirklichkeit Gottergebener, also Muslim im Wortsinne war, und nicht zu den Beigesellenden gehörte (vgl. 3:67). Herausgestellt werden muss, dass er in seiner Anbetung immer rein gegenüber Allah und ein Sucher der Wahrheit war.

Viele Philosophen und Theologen haben sich über die Geschichte Abrahams Gedanken gemacht (exemplarisch sei an dieser Stelle an die Deutung Søren Kierkegaards in seinem Frygt og Bæven verwiesen). In der Neuzeit kamen Zweifel darüber auf, ob dieser Befehl Gottes in Übereinstimmung mit dem ist, was Er, der Erhabene, selbst von den Menschen verlangt. Es wurden Betrachtungen angestellt darüber, ob hier in dieser Geschichte der Schlachtung vom Sohn Abraham ein unmoralisches und Abwägen zwischen Menschenleben und Gottergebenheit stattfindet.

Diese vorgenannten Gedankengänge verkennen folgendes: Dieser Befehl erging nicht von irgendwem, sondern von Schöpfer und Herrn der Welten. Der Verstand eines Gottergebenen wird keinen Widerspruch sehen in einem moralischen Verhalten und der Ausführung der Befehle Gottes.

Der Prophet Abraham und der Prophet Ismael dienen für uns als leuchtende Beispiele, die für uns den Weg der Geduld und der unbedingten Ergebenheit aufzeigen.

Sura as-Saffat – Ayat 74 – 182 (Teil B)

Bismillah.

In den nachfolgenden Âyât begegnen uns nach der Geschichte von Noah und Abraham (siehe Teil A) die Propheten Moses, Aaron und Elias. Während Moses und Aaron an vielen Stellen in der Offenbarung erwähnt werden, ist Elias doch eher weniger bekannt.

Wir werden uns nun anschauen, was Allah der Erhabene über diese Propheten sagt.

B. Die Propheten Moses, Aaron und Elias

Moses und Aaron, möge Gott ihnen Frieden schenken, werden mit den Worten „Und wir erwiesen bereits Moses und Aaron eine Wohltat“ (37:114) in der Sura as-Saffat eingeführt. Wenn wir an die Wohltaten Allahs gegenüber Moses und Aaron denken, so kommt uns zunächst die Prophetenschaft selbst in den Sinn, die Religion der Gottergebung und schließlich auch die Erretung des Volkes Israel aus der Gefangenschaft des despotischen Pharao. Und genau letzteres, meint Allah, wenn er von der Wohltat spricht (37:115) [note]Interessant zu wissen ist, dass hier das Wort das als „Wohltat“ oder „Gunst“ übersetzt wird von der Wurzel (م ن ن) kommt und der Begriff des Himmelsbrots Manna, dass das Volk Israels als eine Gunst von Allah erhielt, ebenso von derselben Wurzel stammt (2:57 und 20:80). Somit lässt sich al-Manna als die Gunst selbst verstehen[/note].

Es wird also hier die großartige Errettung des Volkes Israel in Erinnerung gerufen, als sie aus dem Lande Ägyptens auswanderten, eine Hidschra (= Auswanderung für den Islam) unternahmen, um die einzige Gottheit in Frieden anzubeten zu können (genauer zu den Geschehnissen siehe die 20:77-86 und 26:52-68).

Und diese Erretung war laut Allah ein Sieg und ein Triumph, außerdem auch die Thora die Moses erhielt und viele Propheten des Volkes Israels nach ihm. Die Offenbarung Mose wird mit einem Wort beschrieben, dass so einmalig im Qur’ân ist, nämlich „al-mustabin“ (الْمُسْتَبِينَ). Welche Bedeutung hat dieses Wort?

Dieses Wort stammt von der Wurzel (ب ي ن) und drückt Deutlichkeit und Verdeutlichung aus. Am häufigsten kommen Variationen dieses Wortes in der Form „mubin“ (مُّبِين) vor, dass ebenso als „deutlich“ übersetzt werden kann. Folglich sagt uns die Gottheit in 37:117, dass die Offenbarung von Moses, genauso wie die Offenbarung Muhammed Richtlinien für uns aufstellt, uns den Weg zum Erfolg zei gt und ein klares Seil ist, woran man sich festhalten kann. Die Botschaft ist klar: Die Errettung aus der Gefangenschaft Pharaos war der äußere Erfolg, die Krönung kam jedoch gleichsam als ‚innerer Erfolg‘ durch Herabsendung der klaren Handhabe der Offenbarung!

Abgeschlossen wird diese Passage über Moses und Aaron wieder mit den Friedenswünschen über beide, von heute bis zum Ende der Zeit (37:120-121).

Die nächste Prophetengeschichte in der Sura as-Saffat führt uns zurück zu den Ursprüngen des Volkes Israel. Die Geschichtsschreibung sagt uns insoweit folgendes: David und später sein Sohn Salomon beherrschten als Prophetenkönige das Königreich Israel. Nach dem Tode Salomos begannen Spannungen aufzutreten, der Sohn Salomons kam nicht an die Qualität seines Vaters heran, sodass das Königreich anfing zu zerfallen. Nach einiger Zeit war Israel schließlich gespalten in ein nördliches Israel und das südliche Juda.

Der König Ahab, der in Juda regierte, heiratete alsdann – dem göttlichen Verbote zum Trotz – mit der Prinzessin eines benachbarten, beigesellenden Reiches. Durch diese Prinzessin kam nach Juda die Beigesellung und damit ein Götze namens Baal.

Sehr viele Völker kannten durch die Geschichte hindurch einen Götzen namens Baal. Wir können diesen Götzen in unserem europäischen Raum mit Zeus vergleichen, der jedem bekannt sein dürfte. Baal war also, ähnlich wie Zeus, eine Obergottheit.

In dieses Volk Judas wurde dann der Prophet Elias gesandt (siehe ab 37:123). Er forderte sein Volk zum Gottesbewusstsein auf (37:124) und fragt sie, wie sie denn allen Ernstes die einzige Gottheit für eine illusorische Gottheit verlassen können (37:125)? Er nennt den Götzen beim Namen, ähnlich wie Allah die Götzen der vorislamischen Mekkaner (53:19-20) oder des Volkes Noahs (71:23) beim Namen nennt.

Danach erinnert er sie daran, dass die einzige Gottheit, auch die Gottheit ihrer Väter und Großväter war (37:126). Die Reaktion war entsprechend der Erfahrungen der vorangegangenen Propheten nur, dass sie ihn der Lüge beschuldigten (37:127). Möglicherweise wurden sie vernichtet, doch der Name des Propheten Elias dauert fort und wird nicht genannt, ohne dass wir Frieden über diesen edlen Menschen aussprechen (37:129-130). Nur an dieser Stelle erhalten wir in der letzten Offenbarung Gottes Informationen über Elias. An anderer Stelle taucht er in der Reihe der anderen großartigen und vorbildlichen Personen der Vergangenheit auf (6:85f).

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