Notizen zur Rede Gottes

Kategorie: Einzelne Aspekte im Detail

Maria in der Bibel und im Koran – ein Vergleich

Bismillāh.
Der Bischof von Südarabien, Paul Hinder, bezeichnete einmal Maria als verbindendes Element zwischen Christentum und dem Islam. Maria spielt in beiden Religionen eine bedeutende Rolle, da sie dazu auserwählt wurde, den Messias zu gebären. Außerdem werden ihr auch viele andere positive Eigenschaften zugesprochen, welche sie aus Sicht der Anhänger beider Religionen zu einer vorbildlichen Figur für alle Jahrhunderte macht. Im Koran wird Maria von Gott für ihre Rein- und Keuschheit sehr wertgeschätzt (66:12); Gott hat sie vor allen anderen Frauen ihrer Zeit auserwählt (3:42). Zudem wird sie als eine „demütige Dienerin“ Gottes bezeichnet, die ein Vorbild für alle Menschen war und ist (66:11-12, vgl. Asad 2015). Auch in der Bibel wird Maria charakterisiert als „die Begnadete” (Lk 1,28), die gehorsame „Magd des Herrn” (Lk 1,38), die „exemplarische Glaubende” (Lk 1,45), die “exemplarische Hörende” (Lk 2,19, 2,51; vgl. Mußner 1984, S.19); diese Eigenschaften lassen sich vor allem im Lukasevangelium finden. Verbindende, aber auch trennende Elemente der Geschichte der Maria sind Bestandteile eines interreligiösen Dialogs, weshalb es wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.

Der Begriff Chalifa im Qur’an

Bismillah.

Der nachfolgende Text soll den arabischen Begriff Chalifa (Plural: Chulafa und Chalaif) in den Zusammenhängen erklären, in denen dieser Begriff im Qur’an auftaucht.

Grundsätzlich kennen wir diesen Begriff aus der Geschichte von der Erschaffung der ersten Menschen Adam und seiner Frau Eva (>>Und als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich bin dabei einen Chalifa, auf der Erde einzusetzen […] „<<, 2:30). Hierbei ist der direkte Zusammenhang von Chalifa mit Adam und Eva gemeint.

Außerdem verwendet Allah u.a. den Begriff Chalaif ([6:165], [27:62], [35:39]) und bezieht es auf die ganze Menschheit.

Weiterführend wird es in Bezug auf eine Nachfolge eines benannten Volkes benutzt ([7:69], [10:14]).

Unter anderem wird auch der Begriff Chalîfa auf eine einzelne Person, den Propheten David bezogen (38:26).

Chalifa kommt von der Wurzel (خ ل ف ) und hat drei primäre Bedeutungen:

Erstens: Die Bedeutung des Nachfolgers. Nachfolger ist jemand, der einem anderen in der Abfolge ersetzt. Als Beispiel ist das Prinzip des Familienoberhauptes geeignet. Sobald das Familienoberhaupt stirbt, muss er einen Nachfolger ernennen, also der nächste Chalifa.

Bei dieser Bedeutung ist das Weitergeben der Verantwortung gemeint.

Zweitens: Die Bedeutung, dass jemand, der in Leitung von etwas betraut worden ist. Dies bedeutet soviel wie, dass der/die Chalifa wurde mit einer Aufgabe beauftragt, jedoch ist es ihm/ihr überlassen, dieser Aufgabe nachzugehen. Er/Sie kann machen was von ihm/ihr verlangt worden ist oder er/sie kann es unterlassen. Allah sagt also in der Sura al-Baqarah, dass Er jemanden auf die Erde schicken wird, der seine Entscheidungen selbst fällen wird. Das heißt, jeder der die Entscheidung hat, zwischen gut und falsch zu wählen, ist ein Chalifa.

Drittens: Die Bedeutung der Verantwortung und zwar in dem Sinne, die Verantwortung über eine bestimmte Sache von jemanden anderen zu bekommen.

Dies ist auf gar keinen Fall mit Eigentumsrecht zu verwechseln, denn wenn jemanden Verantwortung übergeben wird, muss er es am Ende auch weitergeben. Man ist also nicht im Besitz dieser Verantwortung. Manche Leute gehen davon aus, dass einem alles gehört, was man verfügt. Doch im Islam ist es anders, jeder Mensch, der versteht, dass er ein Chalifa ist, weiß das ihm im Grunde gar nichts gehört.

Dieses Prinzip ist auch in der Wirtschaft zu finden, welches Eigentumsrecht und Verfügungsrecht heißt. Wir haben lediglich nur das Verfügungsrecht über eine Sache, jedoch gehört sie uns nicht, sondern Allah. Wir sind sogar soweit entfernt davon das Eigentum von etwas zu besitzen, da wir sogar unseren eigenen Körper zurückgeben müssen.

Zusammengefasst:

Chalifa bedeutet also zum einen jemandes Nachfolge antreten, zum anderen jemand dem die Freiheit gegeben worden ist Entscheidungen zu fällen und zuletzt jemand, dem die Verantwortung überreicht worden ist.

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