Notizen zur Rede Gottes

Kategorie: Muslimsein in Deutschland

Über Islam, Homosexualität und homosexuelle Muslime

Bismillāh.
Denkst du, dass man Muslim und homosexuell sein kann? Wie sollen sich Muslime sich gegenüber Homosexuellen verhalten? Wie bringt du Homosexualität und Islam zusammen? Sind beide überhaupt vereinbar? Wie sollen sich Muslime in einer Gesellschaft verhalten, die Homosexualität befürwortet?

Diese Fragen lassen sich beantworten, wenn man sich von der konkreten Thematik der Homosexualität wegbewegt und das Koordinatensystem der Rede Gottes anlegt. Dann lassen sich Eckpunkte identifizieren, die eine Orientierung gewährleisten.

Zu aktuellen politischen Entwicklungen

Bismillāh.

Ein geschätzter Bruder hat mich gebeten einen Artikel über die aktuellen politischen Entwicklungen zu schreiben. Der Anlass dafür ist die Alternative für Deutschland (AfD), die in der 19. Legislaturperiode in den Bundestag eingezogen ist.
Dieses Ereignis stellt in der Tat eine Zäsur dar. Wenn ich jedoch die Reaktionen von Muslimen darauf oder auf längerfristige politische Entwicklungen betrachte, dann fällt mir auf, dass ein Ungleichgewicht herrscht.

Entweder wird die gesellschaftspolitische Dimension oder aber die islamisch-theologische Position ausgeblendet. Wir brauchen jedoch beide Aspekte in Einklang, damit wir eine angemessene Reaktion nicht nur kurzfristig finden, sondern eine Strategie, auch langfristig, zugunsten unserer Kinder die in diesem Land aufwachsen sollen.

Lasse mich das näher erklären.

Rechtsdenken im Nationalsozialismus – Abschreckung und Lehre

Bismillah.

Die Zeit des Nationalsozialismus wird allgemein als die dunkelste Epoche der deutschen Geschichte gesehen. Ein autoritärer Staat mit einem Anspruch das Leben des Menschen in seiner Gänze zu reglementieren und eine Ideologie die mit Hitler auf einen steten rassischen, globalen Kampf ausgerichtet war, markiert diese Epoche.
Und auch wenn davon ausgeht, dass sie dunkel war, so kann man doch trotzdem nicht davon sprechen, dass eine geistige Umnachtung geherrscht hätte. Die deutsche Intelligenzia stellte sich vielmehr auf den Machtwechsel ein und die Wissenschaft, die sich mit der staatlichen Normgebung befasst, die Jurisprudenz, nahm überraschend rasch ein nationalsozialistisches Couleur an.

Verschiedene Schattierungen dieser Jurisprudenz hervorzuheben ist die Aufgabe dieses Artikels. Der Verfasser geht von der Annahme aus, dass die Kenntnis des nationalsozialistischen Rechtsdenkens ein wichtiger Baustein in der Erkennung und Prävention von rechtsgerichteten Ideologien ist. Sie durchdringt alle Lebensbereiche und lädt sie mit einer tendenziös politisch-biologischen Denke auf. Das nationalsozialistische Rechtsdenken zeigt uns, dass Totalitarismus kein hundertprozentige Kehrtwendung von der Vergangenheit bedeuten muss, sondern dass es mitunter reicht einige Bausteine herauszunehmen und neue hineinzusetzen um das ganze System zu vergiften.

Wie dies in Deutschland geschah, soll nachfolgend aufgezeigt werden. Der Beitrag folgt der Darstellung von Martin Hirsch, Dietmut Majer und Jürgen Meinck in ihrem Recht, Verwaltung und Justiz und Nationalsozialismus (erschienen 1997 in der 2. Auflage im Nomos Verlag) und die genannten Seitenzahlen beziehen sich – soweit nichts Abweichendes bemerkt – auf jenes Buch.

Kunstfreiheit im Lichte der geltenden Verfassungsdogmatik

Bismillah.

Immer wieder flammt im gesellschaftlichen Diskurs eine Diskussion über den Stellenwert der Kunstfreiheit auf. Satire, Parodien, Persiflagen und andere Werke der Kunst fordern Autoritäten heraus und es entsteht ein Spannungsfeld zwischen der freiheitlichen Betätigung des Einzelnen und dem berechtigten Interesse des Gemeinwohls einen angemessenen Rahmen für ihre Ausübung zu setzen.

Sodann werden Gemeinplätze bemüht und es wird herausgestrichen, dass der Kunstfreiheit in unserer gesellschaftlichen Grundordnung unter keinen Umständen eine Schranke gesetzt werden darf.
Es ist jedoch bestimmt hilfreich sich diese Diskussion im Lichte der geltenden Verfassungsdogmatik anzuschauen, vor dem Hintergrund, dass sehr wohl Strafgesetze etwa in das Freiheitsrecht eingreifen können.

Deutsch sein – eine Reflektion

Bismillah.

Deutsch zu sein bedeutet für mich…

…sich den besonderen Momenten bewusst zu sein, in der der Zufall in der Geschichte dieses Landes den Ausschlag zugunsten einem oder dem anderen historischen Weg herbeibrachte.
Bei welchen anderem Land wird dies so klar als hier bei uns?
…die europäische Einigung zu kennen und die immensen Vorteile dieses politischen Projekts für Deutschlands und Europas Wohlfahrt – ein Projekt, das eben erst durch seine grenzüberschreitende Natur solch positive Ergebnisse zeitigte und die bis heute auf der Erde ihresgleichen sucht. Die kleingeistige Vorstellung einer „Festung Europa“ ist nicht Teil dieses Bildes und sollte gerade jetzt einer neuen Entwicklung weichen.
…den Blick auf die Welt zu richten und welt-offen zu sein und damit einhergehend die Spezifika meines eigenen Selbst zu kennen.
selbstkritisch zu sein und das nicht nur im homöopathischem Maße – eine Eigenschaft die nicht erst durch die historischen Erfahrungen in Deutschland erwuchs, sondern die durch seine Dichter und Denker mit einem agilen Verstand, der deutschen Befindlichkeit von je her als innewohnend zu bezeichnen sind.
Wie etwa mit Heinrich Heine, der, um Rolf Hosfeld zu folgen, nicht nur ein deutscher Intellektueller war, sondern auch einer der ersten aus dem neuentstehendem Typus der europäischen Intellektuellen. Doch der erst mit der Exilerfahrungen in seiner distinkten Weise davon berichten konnte, was die deutsche Heimat für ihn bedeutete.
Und der neuen Horizonten auf keinen Fall ablehnend gegenüber stand, sondern in einer Umbruchphase beitrug – und seine literarische Leistung ist bis heute bleibend.
…an der Entwicklung der rechtsstaatlichen Grundlage teilzuhaben und mitzugestalten. Die 1717 und 1818 ihren verfassungsrechtlichen Beginn fand  im Umkreis meines Geburtsortes mit der Badischen Verfassung und dem Privilegienbrief und mit dem Grundgesetz an ihre erfolgsreichste Periode anknüpfte.

All dies zeigt auch für mich auf, dass eine Flüchtlingspolitik die sich (um mit dem Rat der Migration zu sprechen) ausschließlich an neoliberalen Nützlichkeitsideologien orientiert, eben nicht zum Selbstverständnis gehört, für die sich die Bundesrepublik mit ihrem höchsten staatsrechtlichem Dokument entschieden hat.
Deshalb gilt es allzeit an dieses Selbstverständnis zu erinnern und Gegenteiligem energisch gegenübertreten.

Und es gilt daran zu erinnern, dass eine weltoffene Ausrichtung Deutschland stets weitergebracht hat und die nationalistisch-chauvinistische Maske unserem Volk wie auch anderen Völkern nur Unheil versprach.
Letztere sollte fest verschlossen im Museum bleiben und als Lehre dienen.

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