Bismillah.
In den Ayat 17 bis 26 geht es um den Propheten David (Dawud).
In Aya 17 spricht Allah zum Propheten Muhammed (sas) und sagt sinngemäß: „Ertrage standhaft was sie sagen. Und gedenke Unseres Dieners Dawud, des Kraftvollen. Gewiss er war immer Umkehrbereit.“
Nun stellt sich die Frage, was der Prophet (sas) standhaft ertragen soll. Die Antwort darauf findet man in Ayah 16: „Und sie sagen: „Unser Herr gib uns schnell unser Buch noch vor dem Tag der Abrechnung“. Sie hatten sich lustig über den Tag der Auferstehung gemacht und wollten ihre Strafe schon vorher bekommen, als Beweis der Glaubwürdigkeit des Propheten (sas). Da der Prophet zu seinen Lebzeiten kein Beispiel hatte, an das er sich in schwierigen Situationen orientieren konnte, offenbarte ihm Allah immer wieder Beispiele durch die Geschichten der früheren Propheten, die oft in der gleichen Situation steckten wie er.
Es ist bekannt das David eine starke Persönlichkeit hatte und gewiss immer Umkehrbereit war. Das bedeutet, dass er immer bereute und zu seinem Herrn auf den geraden Weg zurückkehrte.
„Wir machten ja die Berge dienstbar, dass sie mit ihm zusammen abends und bei Sonnenaufgang (Allah) preisen. Und auch die (in Scharen) versammelten Vögel. Alle waren immer wieder zu ihm umkehrbereit.“ (38:18,19) Dawud (as) hatte als Offenbarung die Psalme bekommen. Diese hatten wenige rechtliche Komponente und waren eher mit der Lobpreisung Allahs gefüllt. Er rezitierte die Offenbarungen zusammen singend mit den Vögeln und den Bergen. Sie waren seinem Befehl folgend, immer wieder Allah zu preisen. Er hatte die besondere Gabe, das Preisen der Natur, und auch die der Tiere zu verstehen. In Sura 17, Aya 44 wird noch einmal deutlich, dass die gesamte Schöpfung Allahs, Allah lobpreist und das es absolut nichts gibt, das Ihn nicht lobpreist.
„Und wir festigten seine Herrschaft und gaben Ihm die Weisheit und die Entschiedenheit im Spruch.“ (38:20) David war ein König in seinem Land und hatte die Fähigkeit deutlich, gut und entschieden zu sprechen. Dadurch hatte er die Menschen mit seiner Rede berührt. Er hat seine Herrschaft dazu genutzt Allah zu dienen. Auch David betete wie alle anderen Propheten viel. Auch die Tahajjud Gebete, die für alle Propheten verpflichtend war, ließ er nie aus.
„Ist zu dir die Kunde von den Widersachern gekommen? Als sie über die Mauern in die Andachtsräume einstiegen.“ (38:21) Der Prophet Dawud hatte mit dem Propheten Salomon veranlasst den ersten Tempel zu bauen. Dieser war so gebaut, dass es kaum möglich war in die Gebetsstätte Davids einzudringen. Doch genau dies passierte und plötzlich standen zwei Widersacher (zwei streitende Menschen) vor David (as).
„Als sie bei Dawud eintraten. Da erschrak er vor ihnen. Sie sagten „Fürchte dich nicht. (Wir sind) zwei Wiedersacher, von denen der eine den anderen unterdrückt hat. So urteile zwischen uns der Wahrheit entsprechend, handle nicht ungerecht und führe uns zum rechten Weg. Dieser da, mein Bruder, hat neunundneunzig weibliche Schafe, ich aber (nur) ein einziges Schaf. Dann sagte er: „Vertraue es mir an, und er überwand mich in der Rede.“ Er sagte: “ Er hat dir Unrecht getan, dass er dein Schaf zu seinen Schafen hinzu verlangte. Gewiss, viele von den Teilhabern begehen gegeneinander Übergriff, außer denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun – und das sind nur wenige.“ Und Dawud verstand, dass Wir ihn nur der Versuchung ausgesetzt hatten. Da bat er seinen Herrn um Vergebung und fiel in Verbeugung nieder und wandte sich (Ihm) reuig zu. “ (38:22,23,24) Die zwei Widersacher baten Daavid um ein Urteil der Wahrheit (nach Prinzipien der Offenbarung) entsprechend in ihrer Angelegenheit, da er ein König und der oberste Richter in seinem Land war. Sie schilderten ihm, dass der eine den anderen unterdrückte, in dem derjenige mit den 99 Schafen, demjenigen mit nur einem Schaf einredete, ihm sein einziges Schaf anzuvertrauen. Nun fühlte sich der Widersacher der nur ein Schaf besaß ungerecht behandelt. David gab ihnen ein Urteil (Ayah 24), dass der Widersacher der nur ein Schaf besaß, ungerecht behandelt wurde. Doch sofort bemerkt David, dass es sich bei den zwei Widersachern um Engel handelt, die Allah ihm zur Prüfung sandte. Als er bemerkte, dass er sich nur eine Seite von zweien angehört hatte, und somit einen Fehler begangen hatte fiel, er sofort als ob er von einem Blitz getroffen wurde in Verbeugung nieder und bat um Vergebung. In dieser Ayah ist es offensichtlich, wie schnell David Reue zeigt, und umkehrbereit ist. Dies ist ein Zeichen seiner starken Persönlichkeit, denn nicht jedem fällt es so leicht seine Fehler sofort einzusehen. Dieses Geschehen nimmt Bezug auf eine fundamentale Sache in unserem Leben. Es geht um das fällen von Urteilen anderer Personen ohne die Hintergründe der Person zu kennen. Wir dürfen im Urteilen nicht zu voreilig handeln.
„Und so vergaben Wir ihm dies. Für ihn wird er fürwahr (den Zutritt in) Unsere Nähe und eine schöne Heimstatt geben. O Dawud, Wir haben dich zu einem Nachfolger (früherer Herrscher) auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf dass sie dich nicht von Allahs Weg abirren lässt, denn für diejenigen, die von Allahs Weg abirren, wird es strenge Strafe dafür geben, dass sie den Tag der Abrechnung vergessen haben.“ (38:25,26) In Aya 26 wird David noch einmal von Allah darauf hingewiesen als Chalifa (für eine Erläuterung dieses Begriffes, siehe hier) in Gerechtigkeit, nach den Prinzipien der Offenbarung, und nicht nach Neigungen zu richten. Auch dies lässt sich natürlich auf die heutige Zeit übertragen.
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