Bismillah.

Hier einige kurze Worte vom Imâm Ibn al-Gayyim über verpasste Möglichkeiten und verschwendetem Nutzen.

In der Rede Gottes heißt es (18:103-104):

قُلْ هَلْ نُنَبِّئُكُمْ بِالْأَخْسَرِينَ أَعْمَالًا

الَّذِينَ ضَلَّ سَعْيُهُمْ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَهُمْ يَحْسَبُونَ أَنَّهُمْ يُحْسِنُونَ صُنْعًا

>>Sag: Sollen Wir euch Kunde geben von denjenigen, die an ihren Werken am meisten verlieren,
deren Bemühen im diesseitigen Leben fehlgeht, während sie meinen, daß sie gut handeln würden?<<

Es gibt Menschen, deren blasierte Selbstgerechtkeit so stark verankert ist, dass sie unheilstiftend durch das Leben laufen; in der Absicht klare Anweisungen der Religion zu ändern oder ihre Frömmigkeit zur Schau zu stellen – und dabei denken sie tatsächlich, dass sie dadurch an Tugend gewinnen würden.

Am Ende werden solche Leute den größten Verlust erfahren. Denn ihre Anstrengungen bringen ihnen keinen richtigen Vorteil und sie sind bar jeder Nutzens, das Gott in ihnen angelegt hat.
Of all the words of mice and men,’ so schrieb ein US-amerikanischer Romanautor und Satiriker, ‘the saddest are, “It might have been.”

Ibn al-Gayyim zählt zehn Punkte auf, die er uns zu bedenken gibt, damit wir nicht zu denjenigen gehören die bereuen müssen im Jenseits, indem wir murmeln: „Was wäre wenn ich dies-oder-jenes…!“

Er schreibt:

„Zehn Dinge haben keinen Nutzen:

1. Wissen nach dem nicht gehandelt wird.

2. Taten des Glaubens ohne Aufrichtigkeit (gegenüber Gott) oder Konformität (zum göttlichen Kodex).

3. Vermögen das nicht ausgegeben wird; weder kommt Freude am Ansammeln des Geldes auf, noch wird welches in das Jenseits geschickt.

4. Ein leeres Herz ohne Liebe zu Gott, das Ihn nicht begehrt und keine Intimität zu Ihm hat.

5. Ein Körper ohne Gehorsam und Dienst zu Ihm.

6. Eine Liebe das weder ausgerichtet ist das Wohlgefallen des Geliebten zu erreichen noch Seinen Befehlen Folge leistet.

7. Ein Augenblick das nicht genutzt wird um die eigene Schwächen zu verbessern oder gute Taten zu tun um näher zu Gott zu kommen.

8. Ein Gedanke das mit etwas Unnützlichen beschäftigt ist.

9. Jemanden zu dienen, dessen Dienst dich weder näher zu Gott bringt, noch deine diesseitigen Angelegenheit verbessert.

10. Deine Furcht vor oder deine Hoffnung in jemanden, dessen Stirnlocke in Gottes Hand ist und der selbst in der göttlichen Hand ruht: ohne Macht zu haben Schaden, Nutzen, Tod, Leben oder Auferstehung herbeizubringen.

[…] Die Wurzel aller Verluste sind zwei Dinge: das Herz zu verschwenden und Zeit zu vergeuden.
Das Herz ist verschwendet, wenn der diesseitigen Welt der jenseitigen Vorzug gegeben wird; und Zeit ist vergeudet, indem man aufschiebt.
Unheil kommt vollständig davon der Lust und Laune zu folgen und Dinge aufzuschieben: Verbesserung kommt vollständig vom Befolgen der Rechtleitung und Vorbereitung auf das Treffen (mit Gott).“[note] Ibn Al-Gayyim, Al-Fawa’id (Makkah: Dar ‘Alam al-Fawa’id, 2009), 162.[/note]

Von Abu Aaliyah (Ibn al-Qayyim: On Being Emptied of Benefit), übersetzt und leicht verändert von Jeanne.