Bismillah.

Meine Leidenschaft ist Sprache, zu lesen und zu schreiben. Ich mag es von je her mich angemessen auszudrücken, um die richtige Ausdrucksweise zu ringen und schließlich auf optimale Weise meine Gedanken auf ein Blatt Papier zu bringen. Die schöne Sprache ist meine Art und Weise mich zu schmücken. So wie andere Leute es lieben sich schön zu kleiden, kleide ich mich mit Wörtern, die ich aneinanderreihe, damit sie Bedeutung und Eleganz vereinen.
Meine andere Leidenschaft ist die Rede Gottes, über ihre Bedeutungen nachzudenken.

Dies soll ein Versuch sein, beides zusammenzubringen. Schon oft habe ich mich über diese ersten Āyāt der Sūrat Sād nachgedacht – Schülerinnen  hatten bereits Unterichtseinheiten dazu zusammengefasst[note]Suche nach dem Begriff „Surat Sad“ auf dieser Webseite.[/note] und auch ich hatte bereits Beiträge über sie geschrieben[note]Siehe hier und hier.[/note]. Mein Ziel ist es, die Worte Gottes auf eine angemessene Weise in der deutschen Sprache auszudrücken, daher dieser Beitrag, der eine Auslegung, aber auch gleichzeitig ein Ta’wīl darstellt.

Ta’wīl bedeutet „eine weniger wahrscheinliche Bedeutung zugunsten einer wahrscheinlicheren zu verwerfen.“ Die folgende Übertragung ist nicht buchstaben-, sondern bedeutungszentriert. Das heißt, dass ich mich ausgehend vom sprachlichen Bedeutungsrahmen versuche, eine Übertragung zu wählen, die jede weitere Erläuterung entbehrlich macht. Die Sūrat Sād ist eine besondere Herausforderung. Sie enthält in den einleitenden Āyāt sehr viele Möglichkeiten zur Auslegung. Ich habe diejenige gewählt, die mir am wahrscheinlichsten erscheint und meinem Herzen Ruhe gibt. Außerdem habe ich auf Verklammerung meiner Zusätze verzichtet, mit dem Ziel der bestmöglichen Lesbarkeit.

Anmerkungen und Vorschläge bitte an info[ät-Zeichen]redegottes.eu.

Mit Allāh ist der Erfolg. Möge Er uns das richtige Verständnis und daraufhin die richtigen Taten entsprechend dieses Verständnisses geben. Āmīn.

>>Ṣād! Bei diesem Qurʾān voller Würde, Weisheit und Ermahnung!
Statt ihn anzuerkennen, verharren die Glaubensverweiger in einem unberechtigten Stolz und widersetzen sich. Wieviele Städte haben Wir wohl vor ihnen aus genau diesem Grund zerstört? Sie wollten dann der Strafe entrinnen, aber die Zeit dafür war vorbei.

Die Glaubensverweigerer wundern sich darüber, dass eine Person aus ihrer Gemeinschaft sie ermahnt. Und sie sagen: „Ein Trickser ist er und ein ganz großer Schwindler. Schaut mal, er möchte vielen Gottheiten nur eine Gottheit machen! Ist das nicht komisch? Merkwürdig, eine sehr merkwürdige Sache ist das.“

Die Elite unter den Glaubensverweigerern schwärmte aus und sagte: „Bewegung! Zeit unsere zu Lebensweise verteidigen, an unseren Gottheiten festzuhalten. Das ist nun Gebot der Stunde! Wir haben bis jetzt noch nicht von diesem Gott gehört. Das zeigt doch, es ist ganz und gar erlogen. Und auch wenn es stimmen sollte: Als ob es keinen Besseren gäbe. Soll ausgerechnet Muhammed auserwählt worden sein?“
Nein! Es geht nicht um dich, O Muhammed, vielmehr haben sie Zweifel an Meiner Offenbarung. Vielmehr haben sie noch nicht von Meiner Strafe gekostet.

Gehören ihnen etwa die Kammern der Barmherzigkeit, des Würdevollen, des unendlichen Schenkers? Wie wagen sie es zu bestimmen, wem die Prophetenschaft gebührt?
Oder sind sie die Herrscher der ganzen Welt und des Universums? Dann sollen sie doch in die Himmel steigen und ihre Herrschaft ausüben.

Wie denn! Sie sind eine gegnerischer Haufen auf dem Weg zur Niederlage, genauso wie diese eine Gruppe von Menschen. Genauso wie das Volks Noahs, das Volk der ´Ād und Pharao mit den riesigen Pyramiden. Sie alle behaupteten, das unsere Gesandten lügen. Genauso auch das Volk der Thamūd, das Volk Lots und die Leute von Aykat. Das ist diese eine Gruppe von Menschen. Sie haben die unangenehmen Konsequenzen ihrer Taten zu spüren bekommen, denn jeder Einzelne von ihnen hat behauptet, dass Meine Gesandten lügen.

Erwarten diese da wirklich nichts anderes als den gewaltigen Schrei, der ihnen keine Zeit geben wird zu flüchten? Denn sie wagen zu spotten: „O unser Herr, gib‘ uns doch jetzt schon die Strafe, die wir verdienen!“

Lass dich deswegen nicht beirren, o Muhammed, sei standhaft und erinnere an Unseren Diener David mit dem starken Willen – ohne Zweifel, er hat nie auf seine Fehler beharrt. Wir haben Ihm die Berge dienstbar gemacht, sodass sie abends und morgen Uns loben und Uns preisen. Die versammelte Vögelschar hat eingestimmt, sie waren jedes Mal zugegen. Außerdem haben Wir ihm seine Herrschaft gefestigt, ihm tiefes Verständnis der Psalmen gegeben und die Fähigkeit bewegend zu reden.

Hast du schon die große Geschichte der zwei Streitenden gehört? Sie überwanden die hohen Mauer des Tempels und standen plötzlich vor David. Dieser erschrack und wagte sich kaum zu bewegen, bis die beiden sagten: „Keine Angst. Wir kommen mit einem Anliegen zu dir, über das wir streiten, deswegen richte du in dieser Sache in Gerechtigkeit. Aber sei nicht ungerecht und führe uns zu einer gerechten Lösung.“
Dieser hier, das ist mein Bruder, er hat 99 Schafe, ich aber habe nur einziges. Trotzalldem sagte er mir: ‚Gib mir dein Schaf.‘ und mich nicht gelassen, bis ich aufgab.“
David hörte und sagte: „Das ist eine glasklare Sache, er hat dir Unrecht getan, als er dir dein Schaf abnahm. Und das ist bei sehr vielen Leute so, die viel miteinander zu tun haben, sie tun sich unentwegt Unrecht. Anders sind nur diejenigen die an den einzigen Herrn glauben und immer wieder rechtschaffende Taten tun. Aber leider gibt es von ihnen nur wenige.“
Da fiel es David wie Schuppen vor die Augen, dass diese beiden Männer nur Engel waren und Wir ihn prüfen wollten. Wie vom Blitz getroffen warf er sich vor Seinem Herrn nieder, bat er Ihn um Vergebung und sah seinen Fehler ein.

Wir vergaben ihm diesen Fehler. Nicht nur deswegen hat er ganz ohne Zweifel eine besondere Stellung bei Uns und eine absolut glänzende Zukunft!
Wir sagten ihm: „O David, wir haben dich zu einem Statthalter auf dieser Erde gemacht, treffe deine Entscheidungen über die Menschen auf eine gerechte Weise und folge nicht deiner Lust und Laune! Diejenigen die ihrer Lust und Laune folgen und vom rechten Weg abweichen, wird es eine harte Strafe geben. Verantwortunglos handelten sie, denn sie haben den Tag der Abrechnung verdrängt und vergessen.“<<