Bismillah.

In den nachfolgenden Âyât begegnen uns nach der Geschichte von Noah und Abraham (siehe Teil A) die Propheten Moses, Aaron und Elias. Während Moses und Aaron an vielen Stellen in der Offenbarung erwähnt werden, ist Elias doch eher weniger bekannt.

Wir werden uns nun anschauen, was Allah der Erhabene über diese Propheten sagt.

B. Die Propheten Moses, Aaron und Elias

Moses und Aaron, möge Gott ihnen Frieden schenken, werden mit den Worten „Und wir erwiesen bereits Moses und Aaron eine Wohltat“ (37:114) in der Sura as-Saffat eingeführt. Wenn wir an die Wohltaten Allahs gegenüber Moses und Aaron denken, so kommt uns zunächst die Prophetenschaft selbst in den Sinn, die Religion der Gottergebung und schließlich auch die Erretung des Volkes Israel aus der Gefangenschaft des despotischen Pharao. Und genau letzteres, meint Allah, wenn er von der Wohltat spricht (37:115) [note]Interessant zu wissen ist, dass hier das Wort das als „Wohltat“ oder „Gunst“ übersetzt wird von der Wurzel (م ن ن) kommt und der Begriff des Himmelsbrots Manna, dass das Volk Israels als eine Gunst von Allah erhielt, ebenso von derselben Wurzel stammt (2:57 und 20:80). Somit lässt sich al-Manna als die Gunst selbst verstehen[/note].

Es wird also hier die großartige Errettung des Volkes Israel in Erinnerung gerufen, als sie aus dem Lande Ägyptens auswanderten, eine Hidschra (= Auswanderung für den Islam) unternahmen, um die einzige Gottheit in Frieden anzubeten zu können (genauer zu den Geschehnissen siehe die 20:77-86 und 26:52-68).

Und diese Erretung war laut Allah ein Sieg und ein Triumph, außerdem auch die Thora die Moses erhielt und viele Propheten des Volkes Israels nach ihm. Die Offenbarung Mose wird mit einem Wort beschrieben, dass so einmalig im Qur’ân ist, nämlich „al-mustabin“ (الْمُسْتَبِينَ). Welche Bedeutung hat dieses Wort?

Dieses Wort stammt von der Wurzel (ب ي ن) und drückt Deutlichkeit und Verdeutlichung aus. Am häufigsten kommen Variationen dieses Wortes in der Form „mubin“ (مُّبِين) vor, dass ebenso als „deutlich“ übersetzt werden kann. Folglich sagt uns die Gottheit in 37:117, dass die Offenbarung von Moses, genauso wie die Offenbarung Muhammed Richtlinien für uns aufstellt, uns den Weg zum Erfolg zei gt und ein klares Seil ist, woran man sich festhalten kann. Die Botschaft ist klar: Die Errettung aus der Gefangenschaft Pharaos war der äußere Erfolg, die Krönung kam jedoch gleichsam als ‚innerer Erfolg‘ durch Herabsendung der klaren Handhabe der Offenbarung!

Abgeschlossen wird diese Passage über Moses und Aaron wieder mit den Friedenswünschen über beide, von heute bis zum Ende der Zeit (37:120-121).

Die nächste Prophetengeschichte in der Sura as-Saffat führt uns zurück zu den Ursprüngen des Volkes Israel. Die Geschichtsschreibung sagt uns insoweit folgendes: David und später sein Sohn Salomon beherrschten als Prophetenkönige das Königreich Israel. Nach dem Tode Salomos begannen Spannungen aufzutreten, der Sohn Salomons kam nicht an die Qualität seines Vaters heran, sodass das Königreich anfing zu zerfallen. Nach einiger Zeit war Israel schließlich gespalten in ein nördliches Israel und das südliche Juda.

Der König Ahab, der in Juda regierte, heiratete alsdann – dem göttlichen Verbote zum Trotz – mit der Prinzessin eines benachbarten, beigesellenden Reiches. Durch diese Prinzessin kam nach Juda die Beigesellung und damit ein Götze namens Baal.

Sehr viele Völker kannten durch die Geschichte hindurch einen Götzen namens Baal. Wir können diesen Götzen in unserem europäischen Raum mit Zeus vergleichen, der jedem bekannt sein dürfte. Baal war also, ähnlich wie Zeus, eine Obergottheit.

In dieses Volk Judas wurde dann der Prophet Elias gesandt (siehe ab 37:123). Er forderte sein Volk zum Gottesbewusstsein auf (37:124) und fragt sie, wie sie denn allen Ernstes die einzige Gottheit für eine illusorische Gottheit verlassen können (37:125)? Er nennt den Götzen beim Namen, ähnlich wie Allah die Götzen der vorislamischen Mekkaner (53:19-20) oder des Volkes Noahs (71:23) beim Namen nennt.

Danach erinnert er sie daran, dass die einzige Gottheit, auch die Gottheit ihrer Väter und Großväter war (37:126). Die Reaktion war entsprechend der Erfahrungen der vorangegangenen Propheten nur, dass sie ihn der Lüge beschuldigten (37:127). Möglicherweise wurden sie vernichtet, doch der Name des Propheten Elias dauert fort und wird nicht genannt, ohne dass wir Frieden über diesen edlen Menschen aussprechen (37:129-130). Nur an dieser Stelle erhalten wir in der letzten Offenbarung Gottes Informationen über Elias. An anderer Stelle taucht er in der Reihe der anderen großartigen und vorbildlichen Personen der Vergangenheit auf (6:85f).