Bismillah.

Die folgenden Verse der Surat Sad beschäftigen sich mit der Geschichte unseres Propheten Hiob (as) (auf arabisch Ayyub).

Wenn man sich zunächst überlegt, was man mit diesem Propheten in Verbindung bringt, fallen einem möglicherweise Schlagwörter ein wie: Seine Geduld und seine Standhaftigkeit oder sein Reichtum; denn abgesehen von seinem materiellen Reichtum wie Vieh und Äcker, durfte er sich in vollkommener Gesundheit wissen.

Er wurde von seinen Mitmenschen sehr geschätzt und hatte ein hohes Ansehen bei ihnen.

Hiob hatte eine Frau und viele Kinder und wusste dies sehr zu schätzen. Nie vergaß er Allah für sein Wohlbefinden zu danken, er war ein Diener voller Dankbarkeit gegenüber unserem Schöpfer.

 

Wie jeder Prophet auch, wurde Hiob (as) von Allah geprüft. Allah nahm ihm all sein Hab und Gut, demnach seine Felder, sein Vieh, seine Kinder (die vermutlich starben und/oder zum Teil ihren Heimatort verließen) und schließlich auch seine Gesundheit: Hiob (as) wurde im Alter von 80 Jahren von einer Krankheit heimgesucht, die sich nach außen hin in Form von Geschwüren auf der Haut zeigte. Trotz dieser schweren Zeit in seinem Leben erwies er sich als treuer und dankbarer Diener Allahs.

Als er auch von seinen Mitmenschen, die ihn einst so achteten gemieden wurde, so sprach er zu Allah , wie es in Aya 41 steht (auch in Sura 21, Aya 83 nachzulesen): „Gedenke auch Unseres Dieners Hiob, als er zu seinem Herrn rief: Fürwahr, Satan hat mich mit Unglück und Leid geschlagen.“ Denn der Schaytan versuchte auch Hiob, sowie jeden anderen Menschen, der geprüft wird, irrezuleiten. Es liegt in Schaytans Interesse, den Menschen dazu zu bewegen in schwierigen Situationen aufzugeben und ihn in seiner Traurigkeit versinken zu lassen, denn die Menschen sollen an der Barmherzigkeit Allahs  zweifeln. Der arabische Begriff „Adhâb“ wird im Deutschen unter anderem als die „Entbehrung“ oder das „Alleinsein“ verstanden, es ist die Absicht Satans, dass wir in solchen Situationen mutterseelenallein sind, was uns dazu drängt, aufzugeben.

 

Hiob hat den Versuch des negativen Einfluss Satans auf sich selbst gespürt, sowie jeder Mensch ein Gespür dafür hat und hat Zuflucht bei Allah  vor dem Shaytan gesucht.

 

Dass die Irreführung stets Satans Ziel ist sehen wir auch in der Sura al- A’raf (7), Aya 17, als Satan, nachdem er sich weigerte, sich vor Adam niederzuwerfen, Allah darum bat, ihm Aufschub bis zum Jüngsten Tag zu gewähren, um die Menschen irrezuführen. Er versprach, dem Menschen auf dem geraden Weg aufzulauern und von jeder Richtung über ihn zu kommen. Nur nicht von unten, so meinen einige Gelehrte, denn dass würde bedeuten, dass der Schaytan räumlich „unter dem Menschen“ steht und dazu ist der Schaytan zu arrogant (Hochnäsigkeit ist die Sünde des Teufels, 7:12).

Er würde von rechts kommen, dies ist bezogen auf die guten Taten, die er uns erschwert, um uns vom richtigen Weg abzubringen.

Hier fragt sich der ein oder andere womöglich, wie dies geschehen sollte. Das Stichwort dafür ist die Absicht. Schaytan wird versuchen die Absicht eines Menschen zu verunreinigen, indem er unsere Absicht nicht auf Allah sondern auf andere Menschen lenkt. Ein Beispiel: Ich bete nicht (regelmäßig) zu Hause, gehe aber immer zum Freitagsgebet in die Moschee, denn da sehen mich meine Brüder und Schwestern und denken nur Gutes von mir. Damit verrichtest du das Gebet nicht zu 100% mit der richtigen Absicht (nämlich, dass Gebet ausschließlich für Allah zu beten). Dieses Handeln wird im Arabischen als „Riya“ bezeichnet (z.Dt. Augendienerei) und zählt als kleiner „Schirk“, also die kleine Beigesellung (Sura Kahf (18) Aya 110) Dabei sollte uns immer bewusst sein, dass „Schirk“ die einzige Sünde ist, die Allah  nicht verzeiht.

Satan, wird uns Menschen auch von der linken Seite heimsuchen. Die linke Seite steht für die bereits begangenen Sünden, in die der Teufel uns noch weiter hineinreitet.

Der „Angriff“ des Shaytans von vorne, bedeutet, dass er uns öffentlich zum Schlechten einlädt.

Von hinten schleicht er sich in unser Herz und verleitet uns dazu, Emotionen zu verspüren, die uns von unseren Geschwistern bzw. unserer Gemeinschaft wegführen sollen.

 

Hiob aber war standhaft und ließ sich nicht vom Schaytan beirren, da sein Glaube an Allah  so stark war.

Als Belohnung für seine Geduld und seinen Glauben erlöste Allah  ihn nach sieben Jahren von seiner Krankheit ( zu diesem Zeitpunkt war Hiob bereits 87 Jahre alt), wie es in Sura Sad, Aya 42 steht („Stampfe mit deinem Fuß auf: Hier kommt kühles Wasser zum Baden und zum Trinken!“). Das Wasser, das in dieser Aya erwähnt wird, hatte eine ähnliche Qualität, wie das Zamzam Wasser und befreite Hiob von der Hautkrankheit, die ihn lange Zeit heimgesucht hatte.

In Aya 43 erfahren wir, dass Hiob auch wieder mit seinen Kindern vereinigt wurde, ein weiteres Zeichen der Barmherzigkeit Allahs.

Als Hiob (as) die Jahre von Allah geprüft wurde und sich als geduldig erwies, wurde seine Ehefrau immer ungeduldiger und hatte Zweifel an der Barmherzigkeit Allahs. Dies machte Hiob (as) daraufhin so wütend, dass er schwor, seine Frau zu bestrafen. Diesen Ausspruch bereute er im Nachhinein, musste aber trotzdem seinen Schwur einhalten (Aya 44) und nicht eidbrüchig zu werden. Allah befahl ihm, den Schwur mit einer symbolischen Geste zu erfüllen.

Damit hatte Schaytan seine Wette verloren, denn er sagte, dass Hiob (as) ein undankbarer Diener werden würde, wenn er sein Hab und Gut verlor. Hiob (as) bewies das Gegenteil, denn obwohl er nicht wusste, wie lange seine Prüfung andauern wurde, verlor er nie seine Geduld, seinen Glauben an die Barmherzigkeit Allahs  und begegnete Allah trotz seiner misslichen Lage mit aufrichtiger Dankbarkeit .