Bismillah.

Gott der Erhabene sagt in Übertragung seiner Rede im Kapitel mit der Kuh (Sûrat al-Baqara, No.2):

>>Manche Menschen gibt es, dessen Rede über das Leben hier im Diesseits dir gefällt
und der zum Zeugen Gott anruft für das, was er in seinem Herzen hegt –
und ist dabei der heftigste Streitsüchtige. (204)
Wendet er sich ab, ist er darauf aus, Unheil auf der Erde anzurichten
und Ackerland und Nachkommenschaft zu vernichten.
Gott liebt das Unheil nicht. (205)
Wird ihm gesagt „Fürchte Gott!“,
ergreift ihn Stolz auf seine Sünde.
Mit der Hölle muss er sich begnügen –
wahrlich, welch schlimme Lagerstatt! (206)
Manchen Menschen gibt es, der seine Person verkauft
im Bestreben nach Gottes Wohlgefallen.
Gott ist zu seinen Knechten gütig. (207)
O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt ein in das Heil!
Und folgt nicht den Schritten Satans!
Siehe, er ist euch ein klarer Feind (208)
Doch wenn ihr strauchelt, nachdem doch Beweise zu euch gekommen waren,
so wisst: Gott ist mächtig, weise! (209)
Halten sie wohl Ausschau nur danach, dass Gott persönlich zu ihnen komme
im Schutze von Gewölk mit seinen Engeln?
Dann wäre doch die Sache entschieden,
und alles würde zu Gott zurückgebracht. (210)
Frag doch die Kinder Israel, wie viele klare Zeichen wir ihnen gaben!
Wer die Gnade Gottes vertauscht, nachdem sie doch zu ihnen gekommen war-
siehe, Gott ist dann streng im Strafen (211)
Verlockend ist für diejenigen die den Glauben verweigern das Leben hier im Diesseits,
und sie spotten über die, welche glauben.
Die Gott fürchten, stehen am Tag der Auferstehung über ihnen.
Gott versieht mit Gaben, ohne abzurechnen, wen Er will (212).<<

Es geht in diesen Âyât um die Heuchler und ihre Eigenschaften die Wege die zur Glaubensverweigerung führen. Gott sagt, dass es unter den Menschen Heuchler gibt die super sprechen können. Man denkt sich: „MaschaAllah, das ist eine clevere Person, wie gut kann die denn sprechen ey!“ Sogar der Prophet hat das Sprechen der Heuchler gefallen, ohne zu merken, dass sie zwar gut sprechen aber schlecht handeln (2:204). Deswegen warnt Gott vor ihnen, denn sie sind diejenigen die sich am meisten Widerstand gegen den Glauben leisten (وَهُوَ أَلَدُّ الْخِصَامِ). Außerdem schwören heuchlerische Personen dauernd bei Gott und nehmen Gott zum Zeugen für ihre Lügen – was besonders gefährlich ist. Wir können als Beispiel nennen die Âya [63:1], in der aufgezeigt wird, wie die Heuchler zum Propheten gekommen sind und seine Gesandtschaft bezeugt haben. Man neigt dazu dieser Person zu vertrauen und ihn zu bewundern.

Das Einzige was der Heuchler machen will ist jedoch Unheil und Chaos anzurichten. Ob bei den Menschen oder bei Ackerfeldern, die den Menschen versorgen, es ist ihm egal (2:205). Wenn er jedoch auf sein sündhaftes Verhalten hingewiesen wird und ihm gesagt wird: „Schwester/Bruder, fürchte Gott! Das geht doch nicht!“, so wird er hochmütig und er macht sogar noch stärker wie vorher weiter (2:206). Möge Gott uns davor bewahren.

Jedoch gibt es welche die ihr ganzes Leben verkaufen nur um Gotts Zufriedenheit zu erlangen (2:207) – möge Gott zu ihnen zählen. Jeder Mensch hat das „Potential“ der Heuchelei im Herzen, deswegen ruft uns Gott auf vollständig, also mit Leib und Seele, in den Islam einzutreten. Das Beispiel der kompletten Gottergebenheit sind Abraham und sein Sohn Ismael, die sich ganz dem Befehl Gottes beugten (vgl. 37:102; die ganze Geschichte hier). Und das Beispiel des wankelnden Gottergebenen, ist die Person, die wenn es ihm schlecht geht, Gott voller Inbrunst anruft aber in guten Zeiten Gott vergisst (siehe 30:33).

Ferner sollen nicht den Spuren des Satans folgen, der die Menschen in seine Fehler mitziehen will. Er hat jedoch keine Macht über den Menschen und kann nur leere Versprechungen geben (4:120).
Der Inhalt dieser Stelle findet ihr Ende mit den Negativbeispielen der Geschichte: Die glaubensverweigernden Mekkaner, die den Propheten nicht anerkannt hatte, weil er nach ihrer Meinung schließlich „auch nur ein Mensch“ war (vgl. 17:94). Die Einstellung der Mekkaner war also folgende: „Wer bist du denn, dass du mir sagen willst was ich zu tun habe??“
Gott warnt uns vor dieser Einstellung! Er fragt, ob wir denn erwarten dass Gott persönlich kommt? Oder erwarten wir etwa, dass die Engel aus den Wolken kommen? (2:210; zu weiteren Aufforderungen Wunder zu wirken, siehe zum Beispiel 17:93). Wenn jedoch die Engel kommen würden, wie von den Mekkaner aufgefordert, dann würde die Sache entschieden und die Frist des Menschen abgelaufen sein (vgl. 6:8 und 15:8). Der Sinn des Glaubens besteht gerade darin zu glauben „bevor die Engel hinabsteigen“.

Frage doch die Kinder Israel!„, sagt Gott. Ihnen sind so viele Zeichen gekommen. Zeichen über Zeichen, Aya für Aya, Prophet nach Prophet (2:211, 6:154 und 7:162). Sie haben aber alle Gunsterweise Gott ersetzt, abgeändert, vergessen, bekämpft, aus dem Leben gedrängt.

So leben auch diejenigen die den Glauben verweigern. Sie finden Gefallen am diesseitigen Leben, am Schmuck, Rausch und dem Bling-Bling. Gleichzeitig machen sie sich lustig über die Gläubigen, die sich weigern dem gleichen Lebenswandel zu folgen (2:212). Aber Gott tröstet diejenigen die Ihn im Bewusstsein halten. Am Tage der Auferstehung werden die Gottesfürchtigen über diesen Leuten sein, denen es Spaß gemacht hat sich im Diesseits über die Gläubigen lustig zu machen. Diese Strafe ist perfekt schuldangemessen (für ein weiteres Beispiel vergleiche 83:29 und 34). Ihre Schuld wird ihnen wie ein Spiegel und vollständig rekompensiert.

Und Gott fügt Seinen Dienern kein Unrecht zu.