Bismillah.
– Der Qur’ân ist der größte Beweis für die göttliche Wertschätzung des Menschen und das größte Zeichen Seiner allumfassenden Gnade. –
Gott sagt in der Übertragung Seiner Rede:
>>O du Mensch, was hat dich hinsichtlich deines edlen Herren getäuscht?<< [82:6]
Zur Erläuterung:
Die göttliche Rede hat den Menschen als Adressaten genommen. Der Besitzer des Buches, der erhabene Schöpfer, hat sich den Menschen als Ansprechpartner ausgewählt und ist mit ihm in einen Dialog getreten. Ganz zweifellos ist ein Zeichen der Wertschätzung Gottes gegenüber dem Menschen, dass der Erhabene mit ihm spricht. Wenn Gott der Erhabene nicht dem Menschen Gnade erwiesen und mit ihm gesprochen hätte, so würde er zweifellos in den „niedrigsten Niederungen“ [95:5] umherirren. Aber der Erhabene hat dem Menschen einen Wert gegeben, ihn als würdig gesehen angesprochen zu werden und uns alle auf diese Weise erhöht. Das ist die größte Ehre, die dem Menschen gegeben wurde.
In den menschlichen Beziehungen können wir eine Person manchmal nicht als Gesprächspartner annehmen, uns weigern mit ihm eine Beziehung aufzubauen. Wir können „Mit ihm spreche ich nicht“ sagen und so jede Verbindung kappen. Aber Gott der Erhabene hat nicht so gehandelt. So wie er mit dem ersten erschaffenen Menschen, dem Propheten Ādam, gesprochen hat, spricht Er mit den Menschen im Rahmen Seiner Offenbarungen weiter und erweist jedem Menschen so eine unglaubliche Gnade.
Da der Qur’ān ein Buch ist, das den Menschen als Empfänger hat, spricht er ihn manchmal direkt an und versucht eine Bindung aufzubauen. Indem der Qur’ān über den Menschen erzählt, auf den Menschen Bezug nimmt, rückt er ganze 65 Mal den Menschen in den Vordergrund. Aber leider weist der Mensch dies zurück, obwohl doch angesichts dieser großen Gnade er sich freuen und mit offenen Armen den Brief Gottes an ihn annehmen müsste. Er weiß nicht, wie er diese Rede die über 6000 Āyāt besteht annehmen soll und zeigt sich ihm gegenüber undankbar. Obwohl der Erhabene diese Schwäche des Menschen kennt, spricht Er mit einer Verwunderung über seinen Zustand, obwohl doch der Mensch selbst verwundert sein und sich Sorgen machen sollte:
يَا أَيُّهَا الْإِنْسَانُ مَا غَرَّكَ بِرَبِّكَ الْكَرِيمِ
>>O du Mensch, was hat dich hinsichtlich deines edlen Herren getäuscht?<< [82:6]
Er ist der al-Karīm, der Edle, der freigebig Gnaden erweist. Als ein Zeichen Seiner Gnade und Seiner Barmherzigkeit hat Er einen Propheten geschickt, der die Āyāt gelebt hat und den du als Vorbild nehmen kannst. Er, der Erhabene, hat dich in all Seinen Āyāt angesprochen und dir Seine Wertschätzung gezeigt und alles gemacht, damit du in beiden Welten glücklich bist. Weil Er al-Karīm ist, hat Er dich, obwohl du direkt angesprochen bist, in deiner Abwesenheit über dich gesprochen und dich in 65 Stellen als „Insān“ (Mensch) bezeichnet und 242 Stellen als „Nās“ (Menschen). Und aus diesem Grund, haben auch zwei Sūren die Bezeichnung „der Mensch“ (al-Insān) und „die Menschen“ (an-Nās), nämlich um deine Würde zu erhöhen. Wie kannst du nun deinen Rücken demjenigen zuwenden, der dich erschaffen hat und der deine Stellung erhöht hat? Ist das nicht die größte Undankbarkeit und Auflehnung gegenüber dem göttlichen Gnadenerweis? Diese Schwäche des Menschen kennt der Schöpfer sehr gut. Deswegen sagt Er, der Erhabene, in der Übertragung Seiner Rede:
>>Und wenn euch auf dem Meer ein Unheil widerfährt, entschwinden (euch) diejenigen, die ihr außer Ihm anruft. Aber nachdem Er euch ans (Fest)land errettet hat, wendet ihr euch (von Ihm) ab; der Mensch (der so handelt) ist eben sehr undankbar.<< [17:67]
Der Schöpfer weiß sehr wohl, dass der Mensch undankbar, treulos, unwissend und schwach sein kann und trotzdem wollte Er ihm die Gnade zukommen lassen. Der Qur’ān wendet und dreht sich quasi um folgendes zu sagen:
„Ich bin gekommen um deinem Leben Sinn zu geben, um dich innerlich zu erwecken. Ich bin gekommen um dir Würde und Ehre zu geben und um dir die Botschaft des Friedens und der Barmherzigkeit zu geben.“
Der Mensch der dies versteht aber, der sucht nach Wegen um seiner Dankbarkeit angesichts dieser unglaublichen Gnade Ausdruck zu verleihen. Er weiß, dass die Rede Gottes das größte Geschenk ist, das ihm gegeben wurde. Er gelangt zu der Auffassung, dass Er gegenüber dem Geber dieses Geschenks nicht im Respekt mangeln lassen darf und zeigt Wertschätzung gegenüber demjenigen, der Wertschätzung ihm gegenüber gezeigt hat. Und er nimmt dann die Rede Gottes als den größten Schatz an, das sein Leben ihm bieten kann.
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