Teil 3 (Hadith No. 9 bis No. 12)
Inhalt
IX. Die Rechte der Straße auf der Datenautobahn
Es wird vom Propheten (sas) überliefert, dass er sagte:
„Nehmt euch in Acht an den Straßen zu sitzen!“ Sie sagten: „Wir können nirgendwo anders hin – wir müssen hier sitzen und sprechen.“ Der Prophet (sas) sagte: „Wenn ihr dort sitzen müsst, dann beachtet die Rechte des Weges.“ Sie fragten: „Was sind die Rechte des Weges?“ Er (sas) antwortete: „Haltet eure Blicke niedergeschlagen, säubert die Wege von widrigen Gegenständen, antwortet auf den Friedensgruß, tut das Gute und verbietet das Üble.“ [note]Sahîh Muslim, Buch 46, Hadîth 26. Online hier.[/note]
Dieser Hadîth zeigt uns einige wichtige Regeln auf – und alle sind auf das Soziale Netzwerken anwendbar. Den Blick zu senken ist ein besonders wichtiger Ratschlag. Dies legt uns nicht nur die Pflicht eine höheren Grad der Zurückhaltung üben sollten, wenn wir mit den anderen Geschlecht interagieren, sondern ist auch eine gute Erinnerung sich vor solchen Fallen wie Internetpornographie in Acht zu nehmen.
Übe Anstand wenn du mit anderen kommunizierst. Dies beginnt mit der richtigen Art der Begrüßung und umfasst das Gute zu fördern und gegen alle Arten von Schlechtigkeit vorzugehen.
X. Verstecke deine Sünden
Es wird vom Propheten (sas) überliefert, dass er sagte:
„Jedem Mitglied meiner Gemeinschaft wird vergeben, außer denen, die ihre Sünden preis geben. Ein Beispiel dafür ist das eines Mannes, der nachts eine Sünde begeht, die Allah daraufhin vergibt, doch geht er am nächsten Morgen hinaus und verkündet (zu den Leuten): ‚Ich beging letzte Nacht die-und-die Sünde.‘ – wo es doch Allah verborgen hielt! Nachts verbarg Allah die Sünde, doch am Morgen zerriss er den Vorhang, mit dem ihn Allah umhüllte.““[note]Sahîh al-Bucharî, Buch 55, Hadîth 68. Online hier.[/note]
Wenn eine Person sündigt, dann ist der erste Impuls die Sünde zu verstecken, sodass niemand über sie herausfinden möge. Soziale Medien haben eine neue Art der unanständigen Verhaltensweise eröffnet – zu sündigen und online offen damit anzugeben. Es ist nicht selten, dass wir Bilder von Menschen finden die ihr immoralisches Verhalten für alle sichtbar an den Tag legen.
Wenn sie dies tun, dann ist es so, als ob es ihnen egal wäre, dass Allah dies missfällt und ihre Arroganz bringt sie dazu, dass sie aus der Barmherzigkeit Allahs ausgeschlossen werden.
XI. Verdecke die Fehler der Anderen
Es wird vom Propheten (sas) überliefert, dass er sagte:
„Der Diener Allahs der in diser Welt die Fehler der Anderen verdeckt, dem wird Allah am Tage der Auferstehung die Fehler verdecken.“[note]Sahîh al-Bucharî, Buch 45, Hadîth 93. Online hier.[/note]
Es gibt eine unschöne Seite der Kultur der Sozialen Medien, wo es leicht wird jemand anzugreifen und ihn wegen eines Fauxpas‘ „bloßzustellen“ . Der sogenannte digitale Fußabdruck macht es leicht durch die Statusmeldungen einer Person zu gehen und einen Fehler zu entdecken. Das Standardverhalten eines Muslim sollte es sein alles zu unternehmen und die Fehler des Anderen zu verdecken, nicht sie zu suchen und öffentlich zu machen.
XII. Sei dir unter allen Umständen Gottes bewusst
Allah der Erhabene sagt in der Übertragung Seiner Rede (11:114):
إِنَّ الْحَسَنَاتِ يُذْهِبْنَ السَّيِّئَاتِ
>>[…] Die guten Taten lassen die bösen Taten vergehen. […]<<
und (57:4):
وَهُوَ مَعَكُمْ أَيْنَ مَا كُنْتُمْ ۚ وَاللَّهُ بِمَا تَعْمَلُونَ بَصِيرٌ
>>[…] Und Er ist mit euch, wo immer ihr auch seid. Und was ihr tut, sieht Allah wohl. <<
Es wird vom Propheten (sas) überliefert, dass er von Allahs Worten sagte:
„Sei Gottes bewusst wo immer du dich befindest und lösche eine schlechte Tat mit einer nachfolgenden guten Tat aus. Und behandle die Menschen mit einem schönen Charakter.“[note]Dschâmi‘ at-Tirmidhî, Buch 27, Hadîth 93. Online hier.[/note]
Obwohl dies ein Ratschlag ist mit dem wir vertraut sind, wird es ganz besonders bedeutsam im Zusammenhang mit Sozialen Medien. Die Moderne Technologie ermöglicht es uns praktisch jede schlechte oder sündhafte Tat hinter der Anonymität des Computers oder des Handydisplays zu begehen. Diese Überlieferung gibt uns den Rahmen, damit wir sicherstellen, dass unser privates Ich mit dem öffentlichen Ich übereinstimmt.
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